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Kliniken kommen bei elektronischer Patientenakte nur schleppend voran

  • Mittwoch, 25. März 2026
/sh99, stock.adobe.com
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Augsburg – Die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) in den Krankenhäusern läuft trotz gesetzlicher Fristen schleppend. Das zeigte eine Blitzumfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) unter 489 Krankenhäusern.

Demnach gehen 26 Prozent davon aus, die ePA im 1. Quartal krankenhausweit nutzen zu können. Weitere 31 Prozent rechnen bis Jahresmitte damit. 24 Prozent gehen von Ende September und 19 Prozent vom Jahresende aus. Verpflichtend ist der Einsatz der ePA eigentlich seit Oktober des vergangenen Jahres.

Als Hinderungsgründe geben die Kliniken an, dass Software von den Herstellern noch nicht bereitgestellt worden ist. Bemängelt werden auch der Support der Softwarehersteller sowie eine zeit- und kostenintensive Umsetzung und Probleme beim Datenschutz.

Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Henriette Neumeyer, machte die Politik und Softwareunternehmen für die Verzögerungen verantwortlich.

„Der Zeitplan der Politik war sehr ehrgeizig, dabei wurden viele Schwierigkeiten unterschätzt“, sagte sie der Augsburger Allgemeinen. Die Standards für Softwareanpassungen seien zu spät und nicht praxistauglich festgelegt worden. „Hier hätten die speziellen Bedürfnisse der Krankenhäuser früher und stärker einfließen müssen“, sagte Neumeyer.

„Krankenhäuser sind keine großen Arztpraxen“, betonte sie mit Blick auf komplexe Strukturen mit einer großen Zahl an Mitarbeitenden. „In der Praxis kamen für die Kliniken viele Softwarelösungen, um die ePA in die bestehende Krankenhaus-EDV einzubinden, zu spät, noch dazu oft unvollständig“, kritisierte Neumeyer. Dies habe auch Folgen für Patienten, da ein Teil der Kliniken vorhandene ePA-Daten weder bei Notfällen noch bei planbaren Eingriffen nutzen könne.

Neumeyer forderte zudem, die elektronische Patientenakte zügig weiterzuentwickeln, damit digitale Daten vollautomatisch in Computersystemen schnell weiterverarbeitet werden könnten. „Wenn die ePA weiterentwickelt und flächendeckend genutzt wird, hat sie ein großes Potenzial, die Versorgung zu verbessern, auch im Zusammenspiel mit den Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz“, betonte Neumeyer.

kna/may

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