Projekt zur Optimierung von Antibiotikaverordnung von Innovationsausschuss weitergeleitet

Berlin – In manchen Praxen werden überdurchschnittlich häufig Antibiotika verordnet. Dass sich das Verordnungsverhalten mit gezielten Interventionen optimieren lässt, konnte das Projekt Elektra bereits im vergangenen Jahr nachweisen und entwickelte gezielt drei Angebote für Hausarztpraxen.
Wegen der positiven Ergebnisse lässt der Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) von den Verbänden der Kranken- und Pflegekassen auf Bundesebene sowie den Kassenärztlichen Vereinigungen nun prüfen, ob die Ansätze in Vertragsvereinbarungen und Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung umgesetzt werden können.
Insbesondere die Fortbildungen, die im Rahmen des Projekts entwickelt wurden, wurden demnach von den teilnehmenden Praxen als sinnvoll erachtet.
Die Veränderungen des Verordnungsverhaltens waren dem Evaluationsbericht zufolge sogar ausgeprägter, wenn Ärztinnen und Ärzte an einer angebotenen Onlinefortbildung oder an moderierten Fortbildungen teilnahmen. Durch ein Anschreiben mit einer Infografik zum eigenen Verordnungsverhalten konnte eine geringgradige Veränderung nachgewiesen werden.
Auch eine kombinierte und intensivierte Ernährungs- und Bewegungstherapie für Krebspatienten will der Innovationsausschuss von den Verbänden der Kranken- und Pflegekassen auf Bundesebene prüfen lassen.
Das Projekt Integration-Programm hat in diesem Zuge bewegungs- und ernährungstherapeutische Strategien entwickelt, die therapiebedingte Nebenwirkungen und Langzeitfolgen bei Krebspatienten verringern sollen.
Dies wird gemäß internationaler Leitlinien auch empfohlen, in Deutschland allerdings nicht flächendeckend umgesetzt. Ziel des Projekts war es daher, den erhöhten Versorgungsbedarf der Patienten zu reduzieren und ihre Beschwerden mit kombinierten Therapien zu lindern.
Die Evaluationsergebnisse waren positiv und belegten die Wirksamkeit des Programms – vor allem bei strukturierter, längerfristiger Umsetzung. Ein gesundheitsökonomischer Vorteil zeigte sich bei Brustkrebspatientinnen. Ob das Angebot gegebenenfalls in Vertragsvereinbarungen umgesetzt werden kann, wird nun geprüft.
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