Verweigerte Coronaimpfung: Fall von Bundeswehrsoldat geht in die nächste Instanz

Schweinfurt – Der Fall eines Bundeswehroffiziers, der nach verweigerter Coronaimpfung zweimal nicht vor Gericht verurteilt worden ist, geht in die nächste Instanz.
Die Anklagebehörde hat Revision gegen das jüngste Urteil des Landgerichts Schweinfurt eingelegt, wie eine Gerichtssprecherin auf Anfrage mitteilte. Damit ist das Urteil nicht rechtskräftig geworden, das Verfahren liegt nun beim Bayerischen Obersten Landesgericht.
Der Oberleutnant war 2022 Lehrgangsteilnehmer an der Infanterieschule des Heeres in Hammelburg und hatte die damals in der Bundeswehr vorgeschriebene Coronaimpfung auch nach mehrfacher Aufforderung abgelehnt. In den Streitkräften sind Impfungen gegen eine ganze Reihe von Erregern Pflicht.
Die Schweinfurter Staatsanwaltschaft klagte den Soldaten anschließend wegen Gehorsamsverweigerung an, das Amtsgericht sprach ihn jedoch 2023 frei. Die Anklagebehörde ging in Berufung, verlor jedoch vergangene Woche auch in der zweiten Instanz vor dem Schweinfurter Landgericht – die Kammer verwarf die Berufung.
Der Offizier verweigerte demnach zwar den Befehl, durfte sich aber auf die Gewissensfreiheit berufen. Mittlerweile ist die COVID-Impfpflicht in der Bundeswehr wieder abgeschafft.
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