Rückgang der Coronainzidenz kein Zeichen der Entspannung

Berlin – Der Verband Akkreditierter Labore in der Medizin (ALM) warnt davor, den Rückgang der Infektionen mit SARS-CoV-2 als längerfristige Entspannung zu deuten.
„Die aktuellen Inzidenzen sind kein Zeichen der Entspannung, denn die zunehmende Ausbreitung der Omikron-Variante führt in einigen Regionen wieder zu einer steigenden Neuinfektionsrate“, sagte der erste Vorsitzende des ALM, Michael Müller. Er mahnt über die Feiertage zu besonderer Vorsicht, um die Ausbreitung von Omikron zu bremsen.
„SARS-CoV-2 und somit auch die Pandemie machen keine Weihnachtspause. So gilt es auch in diesen Tagen, Kontakte auf das Notwendigste zu reduzieren und die bewährten Coronaregeln einzuhalten“, sagte er.
In der vergangenen Woche ist laut dem Verband die Zahl an positiven SARS-CoV-2-PCR-Tests gesunken – von 323.286 in der 49. Kalenderwoche auf 273.363 in der 50. Woche des Jahres. Insgesamt lag die Positivrate bei 18,6 Prozent aller durchgeführten SARS-CoV-2-PCR-Tests (Vorwoche: 19,8 Prozent).
An der Datenerhebung haben sich bundesweit 181 Labore beteiligt. Mit 68 Prozent liegt die bundesweite Auslastung der Labore laut dem Verband in einem „akzeptablen Bereich mit deutlichen regionalen Unterschieden“. „Wir haben jedoch gesehen, wie schnell unsere Labore auch wieder an die Belastungsgrenze und darüber hinaus und die Mitarbeiter unter zusätzlichen Druck geraten können“, warnte Evangelos Kotsopoulos aus dem Vorstand des ALM.
Der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) schlägt vor, bundesweit einheitliche Vorgaben für die flächendeckende Coronavirustypisierung zu entwickeln: Alle Gesundheitsämter sollten auf dem gleichen, hohen Niveau bei den medizinischen Laboren Zweituntersuchungen der Coronavirusproben auf die Virusmutation anfordern, also auf die Delta- oder Omikron-Variante.
„Wir beobachten, dass der zusätzliche Testaufwand von den Gesundheitsämtern sehr unterschiedlich bei den medizinischen Laboren angefordert wird. Einheitliche Vorgaben schärfen das Lagebild der Infektionsentwicklung bundesweit“, sagte Andreas Bobrowski, Vorsitzender des BDL.
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