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Rückhalt der Deutschen für Zeitumstellung auf neuem Tiefpunkt

  • Montag, 25. März 2019
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Hamburg/Hannover – Der Rückhalt für die Zeitumstellung schwindet immer mehr. Das zeigen zwei Umfragen unter jeweils rund 1.000 Bundesbürgern von der DAK-Gesundheit und der KKH – Kaufmännische Krankenkasse, die heute veröffentlicht wurden.

In der DAK-Umfrage sagten 78 Prozent, der Wechsel zwischen Normal- und Sommerzeit sei überflüssig und sollte abgeschafft werden. Der Anteil der Befürworter liegt nur noch bei 18 Prozent und damit auf dem tiefsten Wert seit Jahren. Etwa ein Viertel der Befrag­ten (26 Prozent) berichtet demnach von gesundheitlichen oder psychischen Problemen nach der Zeitumstellung. Dieser Anteil entspricht in etwa denen der Vorjahre.

Knapp drei Viertel (71 Prozent) fühlen sich demnach müde oder schlapp. 63 Prozent hatten schon Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen. 36 Prozent konnten sich schlechter konzentrieren, 32 Prozent waren gereizt. Jeder Zehnte hatte nach eigenen Angaben sogar eine depressive Verstimmung.

In der KKH-Umfrage gaben 30 Prozent der Erwachsenen und 38 Prozent der Kinder an, in den Tagen nach der Umstellung Probleme mit dem Aufstehen zu haben. 21 der Erwa­chsenen und 24 Prozent der unter Zwölfjährigen seien darüber hinaus tagsüber gereizt oder müde. Insgesamt spüre jede zweite Familie mit Kindern unter zwölf Jahren in den ersten Tagen der Sommerzeit Auswirkungen auf das Schlafverhalten, so die KKH.

Die EU-Kommission will die Zeitumstellung in Europa abschaffen – ursprünglich war dies bereits für dieses Jahr geplant. Die Mitgliedstaaten forderten je­doch deutlich mehr Vorbereitungszeit. Ein Problem ist die bislang fehlende Abstimmung zwischen den EU-Ländern.

Gemäß dem Plan der EU-Kommission kann jedes Land für sich entscheiden, ob dort dau­erhaft Sommer- oder Winterzeit gilt. Einen Flickenteppich will Brüssel allerdings vermei­den. Zuletzt stimmte der Verkehrsausschuss des EU-Parlaments für eine Abschaffung der Zeitumstellung ab dem Jahr 2021.

Die Zeitumstellung gibt es in Deutschland seit 1980. Das Vorstellen der Uhr im Frühjahr sollte zum Energiesparen in der hellen Jahreszeit beitragen. Kritiker bemängeln, dass die Zeitumstellung diesen Zweck nicht erfüllt. In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren wieder um 2.00 Uhr um eine Stunde auf 3.00 Uhr vorgestellt. Die Sommerzeit endet dann erst wieder am letzten Oktoberwochenende.

afp

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