Ruf nach Meldesystem für Angriffe auf medizinisches Personal

Hannover – Die Ärztekammer Niedersachsen macht sich für die Einführung eines zentralen Meldesystems für Attacken gegen Einsatzkräfte und medizinisches Personal stark. Es gebe eine zunehmende Gewaltbereitschaft unter Patienten oder deren Angehörigen, heißt es in einem Papier, das die Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) bei ihrer Kammerversammlung vorgestern verabschiedet hat.
Der Punkt „Sicherheit am Arbeitsplatz gewährleisten“ ist eine von zehn Kernforderungen der niedersächsischen Ärzteschaft an die künftige Landesregierung. In Niedersachsen wird am 9. Oktober 2022 ein neuer Landtag gewählt.
Die Zunahme an körperlichen Angriffen sowie verbalen Übergriffen müsse gestoppt werden, betonte die Ärztekammer. Es gehe um Taten in Rettungsdienst, Praxis und Krankenhäusern.
Flankierend zu dem zentralen Meldesystem müssten die Vorfälle strukturiert aufgearbeitet werden – möglichst inklusive Strafverfolgung. Gleichzeitig sei es notwendig, niedrigschwellige psychologische Unterstützungs- und Hilfsangebote zu etablieren.
In Nordrhein-Westfalen wird seit Januar ein System zur Erfassung von Übergriffen gegen Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr erprobt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Düsseldorf testen elf Kreise und kreisfreie Städte in einer Pilotphase das IT-System. Körperliche Angriffe, verbale und non-verbale Übergriffe sowie Sachbeschädigungen könnten online gemeldet werden.
Zu den weiteren Forderungen in Niedersachsen zählt der Ruf nach einem Ausbau der Medizinstudienplätze in Hannover, Göttingen und Oldenburg, die weitere Digitalisierung des Gesundheitswesens sowie die Stärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD). Die Arbeitslast des ÖGD sei während der Coronapandemie für alle Bürger sichtbar geworden.
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