Ruf nach strengerer Regulierung von Tabak- und Vapingprodukten

Berlin – Medizinische Fachgesellschaften drängen auf mehr Schutz von Kindern und Jugendlichen vor schädlichen Tabak- und Vapingprodukten.
„Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass insbesondere Einweg-E-Zigaretten und aromatisierte Produkte junge Menschen ansprechen“, erklärte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), Christian Taube.
„Die These, dass E-Zigaretten zu 95 Prozent weniger gefährlich sind, ist klar widerlegt. Immer mehr Studien zeigen, dass E-Zigaretten die Lunge und die Gefäße schädigen. Sehr oft rauchen Menschen sowohl E-Zigaretten als auch konventionelle Zigaretten, was in Kombination besonders gefährlich ist“, betonte er.
Die DGP bezieht sich mit ihrer Stellungnahme auf die gestern erschienene Drogenaffinitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) mit Daten aus dem Jahr 2025. Diese hatte ergeben, dass insbesondere bei den Zwölf- bis 17-Jährigen Nikotinprodukte wieder beliebter werden.
Das gilt vor allem für Mehrweg-E-Zigaretten, aber auch für die in Deutschland eigentlich nicht verkäuflichen Nikotinbeutel. Insgesamt rauchte im Jahr 2025 knapp jeder zehnte Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren und damit 3,5 Prozentpunkte mehr als noch vier Jahre zuvor.
Besonders auffällig ist dem BIÖG zufolge, dass vor allem Mädchen deutlich mehr Nikotinprodukte verwendeten – so vapte etwa jede vierte Jugendliche täglich. Die DGP fordert daher ein Verbot von Aromastoffen in E-Zigaretten, ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten, eine deutlich höhere Tabaksteuer, strengere Regeln für den Onlinevertrieb und eine wirksamere Kontrolle des Jugendschutzes.
Auch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) setzt sich für eine strengere gesetzliche Regulierungen von Tabak- und Dampfprodukten ein. „Rauchfreiheit ist ein zentraler Baustein der Krebsprävention“, sagte Konstanze Blatt, designierte Generalsekretärin der DKG.
Neben steuerlichen Maßnahmen regt die DKG Rauchverbote und eine konsequente Umsetzung von Werbeverboten für Tabak- und Dampfprodukte an. Dies müsse auch indirekte Werbung in den sozialen Medien umfassen.
„Internationale Vorbilder zeigen, dass Regulierungen wirken. Trotzdem nehmen wir es aktuell hin, dass jährlich rund 53.000 Menschen an Krebserkrankungen sterben, die durch Tabakrauch verursacht werden – also vermeidbar wären“, sagte Blatt.
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