Ärzteschaft

S3-Leitlinie zu Hyperlipidämien bei Kindern und Jugendlichen erneuert

  • Mittwoch, 21. Oktober 2026
/Christoph Burgstedt, stock.adobe.com
/Christoph Burgstedt, stock.adobe.com
1Dieses Dialog-Fenster öffnen

Berlin – Eine Leitliniengruppe aus 20 Fachgesellschaften und Patientenvertretungen hat die im Jahr 2015 erschienene S2k-Leitlinie zu Screening, Diagnostik und Therapie bei Kindern und Jugendlichen mit Hyperlipidämie aktualisiert und methodisch auf S3-Niveau aufgewertet.

Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) hat die Arbeit im Rahmen des Projektes „Hyperlip-Kid“ gefördert. Die Leitlinie soll im Portal der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) erscheinen, sie ist über den Ergebnisbericht des Innovationsfondsprojektes aber bereits einsehbar.

„In den vergangenen Jahren haben sich die therapeutischen Optionen bei Dyslipidämien deutlich erweitert“, hieß es aus der Leitliniengruppe. Bei pädiatrischen Patientinnen und Patienten finde sie jedoch bisher nur in geringem Umfang Anwendung. Deshalb sei eine Neubewertung der Datenlage und die Formulierung von Handlungsempfehlungen auf Basis der aktuellen Evidenz dringend notwendig gewesen.

Primär genetische Hyperlipidämien gehören zu den häufigsten angeborenen Stoffwechselstörungen. Die Prävalenz allein der Familiären Hypercholesterinämie (FH) beträgt nach Angaben der Leitliniengruppe etwa eins auf 300 Kinder. Sekundäre Hyperlipidämien treten bei einer Vielzahl angeborener und erworbener Erkrankungen im Kindes- und Jugenddalter auf.

„Unbehandelt führt die FH ebenso wie andere primär genetische und einige sekundäre Hyperlipidämien zu vermeidbarer Morbidität, eingeschränkter Lebensqualität und reduzierter Lebenserwartung der betroffenen Kinder und Jugendlichen“, so das Autorenteam.

Diese Fettstoffwechselstörungen verlaufen aber meist lange Zeit ohne Beschwerden und bleiben ohne gezielte diagnostische Maßnahmen oft unerkannt.

Die Leitliniengruppe stellt aber fest, dass die derzeit verfügbare Evidenz unzureichend ist, um Nutzen und Schaden eines populationsweiten Screenings auf FH bei Kindern und Jugendlichen zu bewerten.

Konsensusbasiert empfiehlt die S3-Leitlinie, Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren ein populationsweites Screening mit der Messung von LDL-Cholesterin anzubieten, gegebenenfalls ergänzt durch eine molekulargenetische Diagnosesicherung.

Die Leitlinie soll Ärztinnen und Ärzte dabei unterstützen, eine Hyperlipidämie frühzeitig zu erkennen und evidenzbasiert mit nicht medikamentösen und medikamentösen Maßnahmen zu behandeln. Schwerpunkte der 26 Leitlinienempfehlungen liegen auf der familiären Hypercholesterinämie und der multifaktoriellen Dyslipidämie.

Die miterstellte „Kitteltaschenversion der S3-Leitlinie“ stellt die wesentlichsten evidenzbasierten Informationen zur Verfügung. Außerdem wird in der Leitlinie auf bestehende Evidenzlücken sowie weitere Forschungsbedarfe aufmerksam gemacht.

hil

Diskutieren Sie mit:

1

Deutsches Ärzteblatt bei Google bevorzugen

Wenn Sie Deutsches Ärzteblatt als bevorzugte Quelle festlegen, können Inhalte von uns in Ihren Google-Ergebnissen sichtbarer erscheinen.

Jetzt bei Google bevorzugen

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Kommentare (1)

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung