Sanofi verlängert Vorbestellfrist für Influenzaimpfstoffe bis Ende April

Frankfurt am Main – Influenzaimpfstoffe des Herstellers Sanofi für die Saison 2026/27 können noch bis Ende April vorbestellt werden. Die Frist ist verlängert worden, wie das Unternehmen jetzt bekanntgab.
„Hintergrund sind die laut Meldung des Paul-Ehrlich-Instituts deutlich vom ermittelten Bedarf abweichenden Vorbestellungen für die Influenza-Saison 2026/27“, teilte Sanofi mit. Das PEI hatte kürzlich betont, es sei für die bedarfsgerechte Planung entscheidend, dass Bestellungen bereits bis 31. März abgeschlossen werden.
Das Institut hatte vor Ablauf der Frist noch ausdrücklich an Ärztinnen und Ärzte sowie Apotheken appelliert, „umgehend“ ihre Vorbestellungen zu tätigen. Es sprach von einer signifikanten Abweichung der vorbestellten Impfdosen vom ermittelten Bedarf. Dies könne zu Einschränkungen der Verfügbarkeit führen.
Die Vorbestellungen sind so früh erforderlich, da die Produktion dieser Impfstoffe nach PEI-Angaben vier bis fünf Monate dauert, darauf folge die Genehmigung der Stammanpassung. Allerdings ist es etwa nach Ansicht des Hausärzteverbandes zu dem Zeitpunkt kaum möglich, die Nachfrage abzusehen.
Auch weitere ärztliche Organisationen hatten in den vergangenen Monaten deutlich Kritik an den Rahmenbedingungen für das Impfen gegen Influenza geübt. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Kassenärztliche Vereinigungen und die Hausärzte drängten auf eine Abschaffung der Regresse.
Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband Rheinland-Pfalz hatte dem Appell des PEI zu Vorbestellungen in einem Statement entgegnet: Dies widerspreche der Realität des Praxisalltages „in der neuen Versorgungslandschaft“. Patienten könnten inzwischen beliebig zwischen Apotheke, Arztpraxis und Betriebsarzt wechseln, seriöse Kalkulationen über die zu erwartenden Impfungen seien Praxen daher nicht möglich. Es ist sei auch nicht ärztliche Aufgabe, für eine ausreichende Verfügbarkeit von Impfstoffen auf dem Markt zu sorgen.
Vom PEI wurden keine Zahlen zu den Vorbestellungen beziehungsweise dem erwarteten Bedarf genannt. Allerdings waren sowohl die Standard-Impfstoffe als auch der Hochdosis- und der MF-59-adjuvantierte Grippe-Impfstoff von den zunächst schleppenden Vorbestellungen betroffen. Bis Mitte Oktober 2025, also für die derzeit zu Ende gehende Saison, hatte das PEI nach eigenen Angaben 18,5 Millionen Impfstoffdosen freigegeben.
Im Herbst 2025 hatte die Grippewelle früh begonnen, eine neue Subklade kursierte. Das wirkte sich auch auf die Impfstoffnachfrage aus. Sanofi zufolge kam es „zeitweise zu einer Unterversorgung an Impfstoffen“, sodass Importe aus dem Ausland notwendig geworden seien. Um solche Situationen in der nächsten Saison zu vermeiden, seien „genau jetzt Vorbestellungen in entsprechend hohen Mengen entscheidend“.
Die Grippe-Impfquoten bei Risikogruppen in Deutschland bleiben immer wieder deutlich hinter den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zurück. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt diese unter anderem für Menschen ab 60 Jahre, bei bestimmten chronischen Erkrankungen sowie für Bewohner von Alters- und Pflegeheimen,. Auch medizinisches Personal fällt wegen des erhöhten beruflichen Risikos unter die Empfehlung.
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