Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt: Bund fördert Forschung
Berlin – Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) verstärkt die Forschung zu sexualisierter Gewalt und Missbrauch, um Kinder und Jugendliche besser zu schützen. Mit insgesamt 25 Millionen Euro starten weitere Forschungsvorhaben. Untersucht werden insbesondere sexualisierte Gewalt im pädagogischen Umfeld sowie Verhaltensstörungen, die im Zusammenhang mit Gewalt, Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch in Kindheit und Jugend auftreten können.
„Wir wollen den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt weiter verbessern. Präventiv setzen wir verstärkt auf kindgerechte Aufklärung und Sensibilisierung von Erziehern und Lehrkräften. Zugleich wird die Gesundheitsforschung ausgebaut, um für Betroffene neue Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka bei der Tagung „Schutz, Prävention, Therapie – Forschung zu sexualisierter Gewalt“ heute in Berlin. Dabei sollen Forschung und Praxis noch enger vernetzt werden.
Seit 2011 baut das BMBF nach eigenen Angaben eine „nachhaltige und international sichtbare Wissenschafts- und Forschungslandschaft“ zum Thema sexualisierte Gewalt und Missbrauch in Deutschland auf. Über 50 Forschungsvorhaben und fünf Juniorprofessuren seien dabei bislang etabliert und mit rund 38 Millionen Euro gefördert worden.
In einem der neuen Forschungsvorhaben beschäftigen sich beispielsweise Wissenschaftlerinnen der Technischen Hochschule Nürnberg mit einem Präventionskonzept für Kinder im Vorschulalter, das in dem Projekt „Resilienz und Sicherheit“ entwickelt wurde. Der Forschungsverbund „Canmanage“ an der Universität Ulm zeigte, wie Kindern und Jugendlichen, die Opfer von Missbrauch oder Misshandlung geworden sind, besser geholfen werden kann. Entscheidend dafür ist, dass Kinder- und Jugendhilfe, Justiz und Gesundheitsversorgung eng zusammenarbeiten.
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