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Schutz vor Krebs: WHO-Experten empfehlen HPV-Impfung für Vier- bis Achtjährige

  • Mittwoch, 14. Oktober 2026
/arcyto, stock.adobe.com
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Genf – Zum besseren Schutz vor den Folgen einer Infektion mit den potenziell krebserregenden Humanen Papillomviren (HPV) haben Fachleute der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgeschlagen, eine routinemäßige HPV-Impfung für vier- bis achtjährige Mädchen unter bestimmten Voraussetzungen in Betracht zu ziehen. Eine solche Immunisierung könnten Staaten zur Steigerung der Impfquote in Betracht ziehen, sagte Anthony Scott von der Strategischen Beratungsgruppe von Experten (Sage) für Impfungen am Dienstag.

Die weltweite HPV-Impfquote liege derzeit bei 33 Prozent und damit weit unter dem Zielwert von 90 Prozent, sagte Scott nach einer Sitzung der Expertengruppe, die zweimal im Jahr zusammentritt. Nach einer Überprüfung von Daten kam die Sage-Gruppe zu dem Schluss, dass eine Impfung von Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren mit einer Einzeldosis „der wirksamste Ansatz“ sei, um weltweit eine Impfquote von 90 Prozent zu erreichen, sagte Scott.

Bereits 2022 hatte die WHO festgestellt, dass eine HPV-Impfung mit einer Einzeldosis für Neun- bis 14-Jährige einen ähnlichen Schutz biete wie zwei Dosen. Staaten könnten auch die Impfung jüngerer Mädchen in Betracht ziehen, „wenn dies voraussichtlich die Inanspruchnahme der Impfung“ steigere, sagte Scott nun. Nachfolgend könnten auch andere Gruppen mit einer Einzelimpfung immunisiert werden, führte Scott weiter aus - darunter Jungen und Männer.

Impfquote in Deutschland bei 55 Prozent

In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut (RKI) die HPV-Impfung für alle Kinder ab dem Alter von neun Jahren bis zum Alter von 14 Jahren. Zwei Impfdosen sind notwendig. Das Nachholen der Impfung empfiehlt die STIKO für ungeimpfte Jugendliche bis zu ihrem 18. Geburtstag. 

Laut einem Bericht des Europäische Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) anlässlich der Europäischen Impfwoche 2026 haben knapp 70 Prozent der 15-jährigen Mädchen mindestens eine Impfung erhalten und rund 55 Prozent beide Impfungen. Dieser Wert stagniert seit drei Jahren.

Der ECDC-Bericht zeigte, dass Impfprogramme und die Gestaltung des Gesundheitssystems entscheidende Faktoren sind, um eine hohe HPV-Impfquote zu erreichen. So zeigten beispielsweise Erkenntnisse aus ganz Europa, dass schulbasierte Impfprogramme besonders wirksam sind und tendenziell eine höhere Durchimpfungsrate bei Mädchen und bei Jungen erzielen.

HPV-Infektion ist Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs

Humane Papillomviren werden sexuell übertragen und können Gebärmutterhalskrebs sowie Krebs im Mund-Rachen-Raum, an weiblichen und männlichen Geschlechtsorganen und im After verursachen. Fast alle sexuell aktiven Menschen infizieren sich laut WHO im Laufe ihres Lebens mit HPV. In den meisten Fällen bekämpft das menschliche Immunsystem das Virus, und es treten keine Symptome auf. In bestimmten Fällen kann eine Infektion allerdings zu Zellveränderungen und zu Krebs führen.

Eine HPV-Infektion ist die Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs, die weltweit am fünfthäufigsten bei Frauen diagnostizierte Krebserkrankung. Im Jahr 2024 wurden laut WHO gut 600.000 Neuerkrankungen an Gebärmutterhalskrebs und 280.000 Todesfälle registriert. In rund 165 Ländern ist ein Impfstoff gegen eine HPV-Infektion verfügbar.

afp/all

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