Vermischtes

Schweizer Nachrichtendienst veröffentlicht Mengele-Dossier

  • Donnerstag, 10. September 2026
Auschwitz-Birkenau, August 2013. An dieser Stelle stand die Holzbaracke, in der SS-Arzt Josef Mengele seine furchtbaren Versuche an gefangenen Kindern im Alter zwischen zwei und 16 Jahren unternahm. /picture alliance, Bernd Oertwig, SCHROEWIG
Auschwitz-Birkenau, August 2013. An dieser Stelle stand die Holzbaracke, in der SS-Arzt Josef Mengele seine furchtbaren Versuche an gefangenen Kindern im Alter zwischen zwei und 16 Jahren unternahm. /picture alliance, Bernd Oertwig, SCHROEWIG
Dieses Dialog-Fenster öffnen

Bern – Der Schweizer Nachrichtendienst (NDB) hat zahlreiche Unterlagen über den Nazi-Verbrecher Josef Mengele öffentlich zugänglich gemacht. Darunter sind viele Zeitungsberichte, aber auch Polizeidokumente, die stellenweise geschwärzt sind.

In den Unterlagen geht es unter anderem um Hinweise an die Polizei, dass Mengele sich möglicherweise nach seiner Flucht aus Deutschland in der Schweiz aufgehalten haben könnte oder eine Einreise unter falschem Namen plane.

Ebenso finden sich verschiedene Hinweise auf dessen angeblichen Aufenthalt, etwa in Irland, Argentinien oder Chile. Laut einem anderen Dokument war 1964 ein als Student getarnter israelischer Spion in der Schweiz, um Spuren Mengeles zu verfolgen.

Bislang hatte der Nachrichtendienst Versuche von Historikern, die Unterlagen einzusehen, abgelehnt, zuletzt im Februar 2026. Er verwies stets darauf, dass es dafür eine Schutzfrist bis 2071 gebe. Der Historiker Gérard Wettstein, der zu Mengele forscht, hatte dagegen beim Bundesverwaltungsgericht erfolgreich Beschwerde eingelegt.

„Geschwärzt ist nur, was geschützt werden muss: Personendaten von früheren und heutigen Angestellten der Bundesverwaltung mit Bezug zum NDB und seinen Vorgängerorganisationen, Informationen, die dem gesetzlichen Quellenschutz unterliegen, sowie Personendaten von Drittpersonen mit überwiegenden Persönlichkeitsrechten“, teilt das zuständige Verteidigungsministerium mit.

Das Mengele-Dossier war vom Polizeidienst der Bundesanwaltschaft, der Vorgängerorganisation des NDB, erstellt worden und 2001 an das Bundesarchiv gegangen.

Der Arzt Josef Mengele (1911-1979) war im Konzentrationslager Auschwitz für grausame, oft tödliche medizinische Experimente verantwortlich und unter dem Namen „Todesengel von Auschwitz“ bekannt. Ihm gelang nach Kriegsende die Flucht nach Südamerika. 1979 ertrank er bei einem Badeunfall in Brasilien.

dpa

Diskutieren Sie mit:

Deutsches Ärzteblatt bei Google bevorzugen

Wenn Sie Deutsches Ärzteblatt als bevorzugte Quelle festlegen, können Inhalte von uns in Ihren Google-Ergebnissen sichtbarer erscheinen.

Jetzt bei Google bevorzugen

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung