Politik

Sexualisierte Gewalt: Niedersachsen schafft Koordinierungsstelle für Frauen und Mädchen­

  • Mittwoch, 25. September 2019
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Hannover – Niedersachsen will Gewalt gegen Mädchen und Frauen mit mehr Nach­druck bekämpfen. In Hannover nehme dazu eine Koordinierungsstelle Frauen- und Mädchen­beratung zur sexualisierten Gewalt ihre Arbeit auf, teilte das Sozialministerium gestern mit.

Die Stelle soll sich um das Vernetzen zwischen Beratungsstellen, Landesverbänden und Fachpolitik kümmern. Die drei Mädchenhäuser in Hannover, Oldenburg und Osnabrück organisieren Kurse, in denen Mädchen und junge Frauen in der digitalen Selbstbehaup­tung in sozialen Netzwerken gestärkt werden sollen.

Das Angebot richtet sich auch an geflüchtete Frauen und Migrantinnen und soll über den Spracherwerb Alltagskompe­ten­zen gegen Gewalt stärken. Spezielle Hilfe wollen die Mäd­chenhäuser auch in Form von Arbeitsgruppen an Schulen für traumatisierte Mädchen zwischen acht und elf Jahren anbieten.

In einem dreijährigen Projekt ist zudem das Männerbüro Hannover beauftragt worden, die in Niedersachsen bestehende Täterarbeit zu analysieren und die einheitliche Struktu­ren aufzubauen, zu stärken und zu verbessern.

Niedersachsen setze mit den Maßnahmen die Istanbul-Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt um, erklärte das Minis­te­rium.

In Niedersachsen gibt es derzeit 42 Frauenhäuser, 44 Gewaltberatungsstellen und 29 Be­ratungs- und Interventionsstellen für weibliche Gewaltopfer. In den Frauenhäusern such­ten jährlich rund 2.200 Frauen und etwa 2.000 Kinder Schutz, erklärte das Ministerium.

Polizeilich registriert ist demnach nur ein geringer Teil der Beziehungstaten. Jährlich sind dies allein in Niedersachsen über 17.000 Fälle häuslicher Gewalt.

dpa

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