Spahn will ungesunden Lebenswandel nicht sanktionieren

Berlin – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält nichts davon, ungesunden Lebenswandel durch eine höhere Eigenbeteiligung an den Gesundheitskosten zu bestrafen.
„Aus meinem christlich geprägten Menschenbild heraus gehört es für mich dazu, zu akzeptieren, dass der Mensch sich nun mal ab und zu in Versuchung führen lässt“, sagte Spahn im Interview der Zeitung Die Welt. Er bevorzuge den Ansatz: informieren, aufklären und Anreize setzen, um gesundheitsbewusstes Verhalten zu fördern.
Als Beispiel nannte der Minister den Zahnersatz. Da erhielten die Menschen höhere Zuschüsse, wenn sie regelmäßig zur Vorsorge gehen. Dies hätten die meisten verinnerlicht.
„Wir sollten überlegen, ob wir auch mehr Anreize mit Blick etwa auf die Krebsvorsorge und Früherkennung brauchen“, erklärte der Minister. Dies böten viele Krankenkassen zwar bereits, das Angebot werde jedoch von der Bevölkerung noch zu wenig angenommen.
Mit Blick auf die höhere Lebenserwartung von Menschen mit besserem Einkommen sagte Spahn, Geld sei dabei aus seiner Sicht nicht der entscheidende Faktor. „Man kann auch mit einem kleinen Einkommen Sport treiben, sich gesund ernähren und an den Vorsorgeprogrammen der Krankenkassen teilnehmen.“
Oft fehle es aber am notwendigen Wissen. Deshalb müsse die Gesundheitspolitik bei der Prävention ansetzen. „Und das wird zunehmend auch gemacht.“ Spahn verwies etwa auf entsprechende Programme bereits im Kindergarten und in Schulen.
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