SPD-Gesundheitspolitikerin Machalet als Kandidatin für Landratsamt nominiert

Berlin – Die Gesundheitspolitikerin Tanja Machalet (SPD) zieht es wohlmöglich politisch zurück in ihre Heimatregion. Am Wochenende nominierte ein Kreisparteitag die 52-Jährige einstimmig für die Wahl zur Landrätin im Kreis Westerwald in Rheinland-Pfalz. Nach Informationen der örtlichen Rhein Zeitung hat Machalet damit geworben, sich auch als Bundestagsabgeordnete für die Interessen ihrer Heimatregion einzusetzen.
In einer Pressemitteilung Mitte Juni, in der ihre Kandidatur verkündet wurde, wird sie dazu so zitiert: „Meine Erfahrungen in Kommunalpolitik, Landtag, Landesverwaltung und Deutschem Bundestag haben mir gezeigt, wie politische Entscheidungen entstehen und wie man erfolgreich für die Interessen einer Region kämpft.“
Zudem erklärte sie vor Ort: „Ich will bis 2040 den Westerwaldkreis zur familienfreundlichsten Region Deutschlands machen.“ Zudem wolle sie sich für eine gute Gesundheitsversorgung vor Ort einsetzen.
Machalet kommt gebürtig aus dem Landkreis, ist Mutter von zwei Kindern und war vor dem Bundestagsmandat auch langjährige Kommunalpolitikerin sowie Landtagsabgeordnete.
Würde sie die Wahl am 16. August gewinnen, bedeutet dies auch ein Rückzug aus dem Bundestag sowie von der Funktion der Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses. Die Amtszeit von hauptamtlichen Landräten in Rheinland-Pfalz liegt bei acht Jahren.
Einige Gegenkandidaten
Doch offenbar gibt es vor Ort viele Kandidaten, die sich für den Posten als Landrat bewerben: Seit drei Wahlperioden hat die CDU das Landratsamt geführt, seit Mitte Mai ist der langjährige Amtsinhaber Achim Schwickert (63, CDU) der neue Innenminister in der schwarz-roten Landesregierung von Rheinland-Pfalz.
Schon bei der Wahl 2009 trat SPD-Frau Machalet gegen CDU-Mann Schwickert an, damals erreichte sie 40 Prozent der Stimmen. Ihn beerben soll nun Klaus Lütkefedder (64), der für die CDU ebenfalls als Bürgermeister vor Ort aktiv war. Er wurde bereits Mitte Juni auf einem Kreisparteitag für das Amt nominiert.
Auch die AfD, die Linken und Volt haben Kandidaten für die Wahl aufgestellt: Für die AfD tritt Jan De Cotiis (33) an, für die Linken Line Bratenstein (48) sowie für Volt Johannes Eidt (38). Berichten von Lokalmedien zufolge haben sich Bratenstein sowie Eidt das Thema ebenso gesundheitliche Versorgung vor Ort für den Wahlkampf auf die Fahnen geschrieben. Bis heute Abend müssen die Kandidaturen bei der Kreisverwaltung eingehen.
Beim SPD-Kreisparteitag hieß es dazu nach Berichten der Rhein Zeitung, dass sich die Partei mit Machalet „gute Chancen“ habe, „nicht nur in die Stichwahl zu kommen“, sondern auch zu gewinnen. So drückte es SPD-Kreisvorsitzender Hendrik Hering aus.
Hering war von 2016 bis 2026 Landtagspräsident und ist weiterhin Abgeordneter in Mainz. Bei der Landtagswahl verlor er aber sein Direktmandat in der Region an den CDU-Mitkonkurrenten. Mit Machalet wolle man nun verhindern, „dass zum Schluss nicht ein 64-jähriger CDU-Kandidat in einer Stichwahl gegen einen AfD-Kandidaten steht“. Käme es zu einer Stichwahl, ist diese auf den 30. August terminiert.
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