SpiFa: Ambulantisierung erfordert Umlenken der Finanzströme

Berlin – Dass mit fortschreitender Ambulantisierung mehr Geld in die ambulante Versorgung fließt, ist aus Sicht des Spitzenverbands Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands (SpiFa) folgerichtig. Dies betonte der Verband heute im Zusammenhang mit Aussagen des AOK-Bundesverbands zu steigenden Ausgaben für die ambulante Versorgung.
„Ambulantisierung gibt es nicht zum Nulltarif. Wer Ambulantisierung fordert und gleichzeitig die ambulanten Strukturen kaputtspart, betreibt gesundheitspolitischen Etikettenschwindel. Die AOK kann nicht zusätzliche Leistungen in den Praxen bestellen und anschließend deren Bezahlung zum Skandal erklären. Personal, OP-Säle und Medizintechnik finanziert man nicht mit Appellen“, erklärte Helmut Weinhart, stellvertretender zweiter Vorsitzender des SpiFa.
Wer hier den Rotstift ansetzt, zementiere „die teurere Versorgung im Krankenhaus und präsentiert den Beitragszahlern die Rechnung“, kritisierte Weinhart. Wer Behandlungen aus dem Krankenhaus in Facharztpraxen und ambulante Operationszentren verlagern will, müsse auch die Finanzierung verlagern – alles andere sei widersprüchlich. Entscheidend sei, dass vermeidbare stationäre Ausgaben tatsächlich entfallen.
Im vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) untersuchten Leistungsspektrum entfielen 2025 weiterhin rund 1,61 Milliarden Euro auf die reguläre stationäre DRG-Vergütung und damit mehr als auf sämtliche Hybrid-DRG-Vergütungen zusammen, so der SpiFa.
Die politische Aufgabe liege auf der Hand: Wo eine Behandlung medizinisch ambulant möglich ist, müssten die Anreize für eine teurere stationäre Versorgung konsequent beseitigt werden. Wer hingegen Investitionen in Personal, Technik und ambulante Operationskapazitäten wirtschaftlich unattraktiv macht, bremse die Ambulantisierung und halte Deutschland in teuren Versorgungsstrukturen fest.
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