Streit um Personalpolitik von Berliner Krankenhaus
Berlin – Das Berliner Franziskus-Krankenhaus steht wegen seiner Personalpolitik in der Kritik. Der Sender rbb warf der Klinik heute unter Verweis auf eigene Recherchen vor, arbeitsvertragliche Richtlinien der Caritas umgangen sowie langjährige Mitarbeiter entlassen und teils durch Niedriglöhner ersetzt zu haben. Der katholische Elisabeth-Vinzenz-Verbund (EVV) wies als Träger des Krankenhauses die Vorwürfe zurück.
Der EVV erklärte, aufgrund der negativen Bilanzen des Krankenhauses seit 2013 seien umfassende Sparmaßnahmen notwendig gewesen. Dazu habe auch die betriebsbedingte Kündigung von 34 Beschäftigten in Dienstleistungsbereichen des Krankenhauses gehört. Ihnen seien aber „bei Interesse und Eignung Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten innerhalb des EVV oder in eigenen Dienstleistungsgesellschaften mit marktüblichen Tarifstrukturen und unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften angeboten“ worden.
Die Behauptung des rbb, der Träger habe den gekündigten Mitarbeitern keine Abfindungen angeboten, sei falsch, so der EVV. Gemeinsam mit der Mitarbeitervertretung (MAV) des Franziskus-Krankenhauses sei ein Sozialplan für die ausscheidenden Beschäftigten ausgehandelt worden. Insgesamt habe der EVV knapp 1,2 Millionen Euro für Abfindungen und Freistellungen aufgewendet.
Der EVV erklärte zudem, die Rahmenbedingungen im Gesundheitsbereich zwängen alle Krankenhausträger dazu, „patientenferne Dienstleistungen“ auszulagern. Nur dadurch seien die Kliniken wirtschaftlich in der Lage, sich auf ihre Hauptaufgabe, die bestmögliche Versorgung der Patienten, zu konzentrieren.
Die 1908 von den Franziskanerinnen vom heiligen Märtyrer Georg zu Thuine gegründete Klinik wechselte im November 2015 in den Elisabeth-Vinzenz-Verbund. Es ist einer der größten katholischen Krankenhausträger bundesweit mit neun Einrichtungen und rund 6.500 Mitarbeitenden.
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