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Studienstandort-Barometer: Unternehmen erwarten deutlich weniger Dynamik

  • Montag, 28. September 2026
/Milos, stock.adobe.com
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Berlin – Die Erwartungen an die Entwicklung klinischer Arzneimittelstudien in Deutschland sind deutlich zurückgegangen. Das zeigt die dritte Ausgabe des „Studienstandort-Barometers“ des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI), des Bundesverbands Medizinischer Auftragsinstitute (BVMA) und des Verbands der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa). 

Danach sank der Gesamtwert des Barometers auf einer Skala von -100 bis +100 von +31 im Januar auf +15 im August 2026. Der Ausblick auf die kommenden zwölf Monate fiel von +34 auf +7.

„Die noch im Januar am ‚Barometer‘ ablesbare Aufbruchsstimmung ist leider schnell wieder einer Ernüchterung gewichen. Von der positiven Wirkung des Medizinforschungsgesetzes auf den Studienstandort Deutschland ist nur noch wenig zu merken“, sagte Jens Peters, Geschäftsfeldleiter Klinische Forschung des BPI. Ihm zufolge reichen die bisherigen Maßnahmen nicht aus, um die Trendwende zu mehr klinischen Studien dauerhaft zu sichern. BPI, BVMA und vfa fordern deshalb eine „Kapazitätsinitiative Klinische Forschung 2030“. 

Unverändert ist nach der Auswertung der Anteil Deutschlands an der weltweiten Rekrutierung für klinische Arzneimittelprüfungen. Rund drei Prozent der weltweit eingeschlossenen Studienteilnehmenden werden demnach in Deutschland rekrutiert. Für 2024 wird der Anteil auf etwa 2,9 Prozent geschätzt.

Ein Engpass ist laut dem Barometer die Rekrutierungsleistung der Studienzentren, besonders in der Onkologie. Universitäre Studienzentren haben hier eine zentrale Bedeutung: 83 Prozent leisten laut Befragung einen hohen oder sehr hohen Beitrag zur Rekrutierung. Allerdings unterschreiten 72 Prozent der Unikliniken ihre geplante Rekrutierung um mindestens 25 Prozent. Bei Maximalversorgern und Lehrkrankenhäusern beträgt dieser Anteil 68 Prozent. 

Bei kardiovaskulären und metabolischen Studien ist die Rekrutierung laut der Auswertung breiter auf Kliniken, Medizinische Versorgungszentren und Praxen verteilt und liegt näher an den Planwerten. Bei den meisten Klinik- und Praxistypen bleiben 50 bis 78 Prozent der Zentren lediglich fünf bis 25 Prozent unter dem geplanten Rekrutierungsziel.

Die drei Verbände wollen deshalb mit der „Kapazitätsinitiative Klinische Forschung 2030“ Studienpersonal, dauerhafte Strukturen in Kliniken und Praxen sowie digitale Möglichkeiten zur Identifikation geeigneter Studienteilnehmender stärken.

„Dass Kliniken oder Praxen so oft ihre zugesagten Rekrutierungsziele nicht erreichen, offenbart strukturelle Engpässe, die die erhoffte Ausweitung des Studienwesens behindern. Genau hier müssen wir ansetzen: Klinische Forschung braucht professionelle Strukturen, verlässlich verfügbare Zeit für Studienaufgaben und eine leistungsfähige organisatorische und digitale Infrastruktur“, erklärte der BVMA-Vorstandsvorsitzende Martin Krauss. 

Grundlage des Studienstandort-Barometers sind Auskünfte von Pharmaunternehmen und Auftragsinstituten für die Durchführung klinischer Studien (CROs). An der aktuellen Erhebung beteiligten sich 24 Pharmaunternehmen und 25 CROs. Die Einschätzungen werden nach Unternehmensgröße beziehungsweise Studienaktivität gewichtet. Das Barometer wird halbjährlich erhoben. 

hil

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