Techniker Krankenkasse kritisiert zu hohe Biologikapreise

Hamburg – Die Techniker Krankenkasse (TK) kritisiert, dass biologisch hergestellte Arzneimittel in Deutschland zu teuer seien.
„Der verspätete Einstieg in den Biosimilar‑Austausch und fehlende Möglichkeiten, Rabattverträge zu schließen, haben die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) seit 2022 etwa sieben Milliarden Euro Einsparungen gekostet“, sagte der TK-Vorstandsvorsitzende Jens Baas.
Allein für 2025 wären Einsparungen von schätzungsweise 2,9 Milliarden Euro im biosimilarfähigen Markt möglich gewesen. Hintergrund ist, dass die Rabattverträge für Biosimilars – also Nachahmerprodukte von biologisch hergestellten Arzneimitteln – erst in diesem Frühjahr angelaufen sind.
Laut einer Auswertung der Krankenkasse kosten biologische Arzneimittel in Deutschland gegenüber dem jeweils niedrigsten europäischen Preis ein Vielfaches. Die Kasse rechnet dies anhand der fünf umsatzstärksten Einzelartikel vor, nämlich Adalimumab, Ustekinumab, Aflibercept, Etanercept und Tocilizumab.
Ihre GKV-Ausgaben beliefen sich laut der TK-Auswertung im Jahr 2024 auf 1,5 Milliarden Euro. „Wäre der jeweils niedrigste europäische Preis angesetzt worden, hätten die Ausgaben nur rund 400 Millionen Euro betragen – eine Differenz von -73 Prozent“, so die Kasse.
Die TK kritisiert, Deutschland zahle im europäischen Vergleich auch die höchsten Biosimilarpreise. Trotzdem setzten sie sich nicht am Markt durch: Weiterhin werden größtenteils teure Originale abgegeben, so die Kritik der Krankenkasse.
Eine Lösung sind laut der TK exklusive Rabattverträge im Biosimilar-Markt. Diese sorgten nicht nur für dringend benötigte Einsparungen für die GKV, sie sicherten der Versichertengemeinschaft außerdem eine resiliente Versorgung zu – „wegen der verpflichtenden sechsmonatigen Bevorratungspflicht seitens der Vertragspartner können Engpässe abgemildert und überbrückt werden“, hieß es aus der Kasse.
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