Techniker Krankenkasse prognostiziert Anstieg der Beitragssätze um 0,25 Prozentpunkte pro Jahr
Berlin – Der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse (TK), Jens Baas, hat einen Anstieg der Beitragssätze für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) um 0,25 Prozentpunkte pro Jahr vorausgesagt. „Die hohen Rücklagen der Krankenkassen und des Gesundheitsfonds und die aktuelle Zufriedenheit der Versicherten mit dem Gesundheitssystem lassen den Eindruck erwecken, alles sei gut“, sagte Baas auf der 19. Handelsblatt Jahrestagung heute in Berlin.
„Das Problem ist aber: Die Ausgaben steigen weiterhin schneller als die Einnahmen.“ Grundsätzlich sei dieses Problem nicht gelöst worden, sondern nur verkleistert, „weil wir den Leuten für einige Zeit zu viel Geld abgenommen haben“. Die Einnahmen-Ausgaben-Schere gehe weiterhin auseinander, und es sei kein Mittel erkennbar, wie man das in den Griff kriegen könne.
Rücklagen aufzulösen, wäre die falsche Entscheidung
„Wir haben einmal ausgerechnet, wie es mit dem Beitragssätzen weitergehen wird“, berichtete der TK-Vorsitzende. Mit einem Anstieg von 0,25 Prozentpunkten pro Jahr „bekommen wir eine Beitragsentwicklung, die schwierig werden wird“. Zwar gebe es Krankenkassen, die Rücklagen haben. Aber es könne doch keine Lösung des Problems sei, diese Rücklagen aufzulösen. Dass 20 Millionen Versicherte von den neuen einkommensabhängigen Zusatzbeiträgen profitieren, so wie es die Bundesregierung prognostiziert hat, hält Baas zudem für unwahrscheinlich.
Am neuen Versorgungsstärkungsgesetz kritisierte er, dass viele Ausgaben auf die Beitragszahler der GKV abgewälzt würden, zum Beispiel die Finanzierung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Baas: „Wieso müssen die GKV-Versicherte eine Bundesbehörde bezahlen und die privat Versicherten nicht?“
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