Telematikinfrastruktur: Psychotherapeuten wehren sich wegen Verzögerungen gegen Honorarabzug

Berlin – Angesichts der anhaltenden Probleme beim Rollout der Telematikinfrastruktur (TI) hat der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) eine Aussetzung des Honorarabzuges gefordert.
In einem Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verwies der Verband darauf, dass die niedergelassenen Vertragspsychotherapeuten nicht für die aktuellen Lieferprobleme und Sicherheitslücken haftbar gemacht werden dürften.
Nachdem der Chaos Computer Club Ende des vergangenen Jahres Sicherheitsmängel bei der Ausgabe der TI-Schlüsselkarten aufgedeckt hatte, wurde der Rollout der Praxisausweise vorerst gestoppt. Auch Konnektoren werden aktuell nicht ausgeliefert.
„Bedingt durch diese Lieferprobleme melden sich bei uns verstärkt Kollegen, deren bereits fest gebuchter Installationstermin 2019 seitens der Systemhäuser wieder abgesagt werden musste“, unterstreicht bvvp-Vorstandsvorsitzender Benedikt Waldherr.
Dadurch seien Betroffene unverschuldet in zeitlichen Verzug geraten, um die TI rechtzeitig, ohne Honorarabzug und mit Kostendeckung durch die Förderpauschale, installieren lassen zu können.
Vor diesem Hintergrund fordert der Verband, den Honorarabzug gemäß §291 SGB-V Abs. 2b mindestens so lange auszusetzen, bis alle Komponenten der Telematik-Infrastruktur wieder lieferbar sind.
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