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TI-Anbindung: Viele Heilmittelerbringer sehen Verschiebung positiv

  • Mittwoch, 21. Januar 2026
/todja, stockadobecom
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Hamburg – Viele Heilmittelerbringer in Deutschland stehen der Verschiebung der verpflichtenden Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) positiv gegenüber. Das zeigt eine aktuelle Befragung der Stiftung Gesundheit.

Danach befürworten fast 47 Prozent der Heilmittelerbringer die Fristverlängerung, während rund 30 Prozent eine neutrale Haltung einnehmen. Etwa 23 Prozent äußern sich kritisch zur Verschiebung. Die TI-Pflicht war vom ursprünglich geplanten 1. Januar 2026 auf den 1. Oktober 2027 verschoben worden.

Innerhalb der einzelnen Fachgruppen zeigen sich dabei deutliche Unterschiede: So beurteilen beispielsweise Hebammen und Logopäden die Verschiebung mit 56,0 Prozent und 59,7 Prozent deutlich positiver als Physiotherapeuten und Ergotherapeuten (42,0 und 45,2 Prozent).

Als wichtigste Vorteile der Terminverschiebung nannten die Befragten die zusätzliche Vorbereitungszeit (34,0 Prozent) sowie die Möglichkeit, von den Erfahrungen anderer Praxisgruppen zu profitieren (27,8 Prozent).

Gleichzeitig benannten die Heilberufler aber auch mögliche Nachteile: 31,5 Prozent befürchten eine wachsende Verunsicherung durch wiederholte Friständerungen, während 27,5 Prozent einen zusätzlichen organisatorischen Aufwand durch die doppelte Planung der Einführung sehen.

Laut der Befragung haben rund 43 Prozent der Heilmittelerbringer bereits konkrete Schritte zur TI-Anbindung eingeleitet oder planen, dies trotz der verlängerten Frist weiterzuverfolgen. Ein nahezu gleich großer Anteil möchte vorerst keine weiteren Maßnahmen ergreifen. Knapp 14 Prozent sind noch unentschlossen.

„Die Verschiebung ändert nichts daran, dass der frühzeitige Anschluss an die TI fachlich sinnvoll, wirtschaftlich abgesichert und strategisch klug ist“, betonte Simeon Ruck vom Verband Heilmittelsoftware. Der Verband empfiehlt therapeutischen Praxen ausdrücklich, den TI-Anschluss jetzt aktiv anzugehen.

An der Befragung im vierten Quartal 2025 nahmen 447 Heilberufler aus den Berufsgruppen Heilpraktiker, Physiotherapeuten, Hebammen/Geburtshelfer, Logopäden und Ergotherapeuten teil.

hil

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