Ärzteschaft

Trend zur Videosprechstunde hält an

  • Mittwoch, 15. Juli 2026
/Marc Wiegelmann, stock.adobe.com
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Berlin – Im vergangenen Jahr haben die Praxen in Deutschland 17,9 Prozent mehr Videosprechstunden gehalten als im Vorjahr 2024. Zuwächse gab es außerdem bei dem Impfungen und bei der ambulanten Psychotherapie. Das sind zentrale Ergebnisse des aktuellen Trendreports zur Entwicklung der vertragsärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen, den das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) vorgestellt hat. 

Danach ist die Inanspruchnahme der ambulanten vertragsärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung im Jahr 2025 mit rund 580 Millionen Behandlungsfällen insgesamt nahezu unverändert auf dem Niveau des Vorjahres (-0,1 Prozent) geblieben.

Bei den einzelnen Versorgungsbereichen verzeichneten die Psychotherapie und Psychiatrie mit 14,6 Millionen Behandlungsfällen einen starken Anstieg (+3,6 Prozent). Besonders dynamisch entwickelte sich die Gruppentherapie: Ihre Zahl stieg gegenüber 2024 um 23,6 Prozent auf 464.000 während Einzeltherapien um 0,9 Prozent auf 4,4 Millionen zunahmen. 

Stark angestiegen sind auch die vertragsärztlich dokumentierten Schutzimpfungen: So wurden 2025 10,7 Millionen Influenzaimpfungen (+750.000, +7,5 Prozent), 3,5 Millionen COVID-19-Impfungen (+56.000, +1,6 Prozent) sowie 25,8 Millionen sonstige Schutzimpfungen (+3,6 Millionen, +16,4 Prozent) erbracht.

Einen anhaltenden Aufwärtstrend verzeichnet auch die Videosprechstunde. Mit 3,2 Millionen Videosprechstunden sind 2025 fast wieder so viele telemedizinische Konsultationen abgerechnet worden wie auf dem Höhepunkt der COVID-19-Pandemie. Anders als damals wird die Videosprechstunde heute jedoch wesentlich breiter eingesetzt: Während zur Coronapandemie vor allem psychotherapeutische Leistungen auf Video umgestellt wurden, entfielen 2025 bereits 51,4 Prozent aller Videosprechstunden auf Hausärztinnen und -hausärzte, während der Anteil der psychotherapeutischen Leistungen auf 33,3 Prozent zurückging. 

Der Trendreport zeigt: Fachärztinnen und Fachärzte haben insgesamt 330 Millionen Behandlungsfälle abgerechnet (+0,6 Prozent), Hausärztinnen und Hausärzte 187 Millionen (-0,5 Prozent) und Kinder- und Jugendärzte insgesamt 27 Millionen (-3 Prozent).

Zu den Fachgruppen mit den deutlichsten relativen Fallzahlzunahmen gehören die Neu­ro­lo­gie (+5,3 Prozent), die Strahlentherapie (+5,3 Prozent), die En­do­kri­no­logie (+4,8 Prozent) und die Psychiatrie (+3,2 Prozent). Die stärksten relativen Fallzahlverluste sind bei den Fachärzten für Nervenheilkunde (-6,6 Prozent), den Internisten ohne Schwerpunkt (-3,8 Prozent), den Kinder- und Jugendärzten (-3 Prozent) und den Anästhesisten (-3 Prozent) zu erkennen.

Laut der Zi-Übersicht setzt sich der strukturelle Rückgang der Besuche im organisierten ärztlichen Bereitschaftsdienst fort. Mit 851.000 Besuchen wurden 2025 rund 9,3 Prozent weniger Fahrdienste abgerechnet als im Vorjahr. Besonders deutlich fiel der Rückgang im zweiten Halbjahr aus: Im dritten Quartal sank die Zahl der Besuche um 16,4 Prozent, im vierten Quartal sogar um 17,1 Prozent gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal. 

Laut dem Zi-Vorstandsvorsitzenden Dominik von Stillfried zeigen die Zahlen, dass gesundheitspolitische Reformen stärker an der tatsächlichen Versorgungspraxis ausgerichtet werden müssen. „So steigt die Inanspruchnahme psychotherapeutischer Leistungen seit einigen Jahren immer dynamischer an. Gleichzeitig hat die Bundesregierung gerade erst beschlossen, die Vergütungszuschläge für Kurzzeittherapien zu streichen und psychotherapeutische Leistungen wieder vollständig zu budgetieren. Versorgungspolitisch ist das das völlig falsche Signal“, sagte er.

Das gelte auch für die Ausweitung von Impfleistungen: „Die Arztpraxen haben ihre Impfleistungen im vergangenen Jahr nochmals deutlich gesteigert. Es erschließt sich daher nicht, weshalb mit dem jüngsten Apothekengesetz weitere Parallelstrukturen aufgebaut werden sollen, anstatt die bestehenden Versorgungsstrukturen konsequent zu stärken“, so Stillfried. 

hil

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