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Umfrage: 71 Prozent wissen nichts von Datenauswertung durch Kassen

  • Dienstag, 13. Oktober 2026
/fotofabrika, stock.adobe.com
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Berlin – Diagnosen, Behandlungen und verschriebene Medikamente: Diese Abrechnungsdaten werden von Krankenkassen ohne Einverständnis gesetzlich Versicherter ausgewertet. 57 Prozent finden dieses Vorgehen eher oder vollkommen falsch, wie aus einer heute vorgestellten Forsa-Befragung im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands hervorgeht.

Gesundheitsdaten sollten aus Sicht von Verbraucherschützern nur mit Einwilligung ihrer Versicherten ausgewertet werden. Krankenkassen nutzen die gewonnenen Daten den Angaben zufolge, um die Versicherten auf mögliche individuelle Gesundheitsrisiken hinzuweisen. Gut sieben von zehn der gesetzlich Versicherten (71 Prozent) ist demnach nicht klar, dass Krankenkassen die Abrechnungsdaten ohne ihre ausdrückliche Zustimmung auswerten dürfen.

„Versicherte müssen selbst über ihre Gesundheitsdaten bestimmen können“, mahnt Lucas Auer, Gesundheitsexperte des Verbandes. Der Gesetzgeber müsse sicherstellen, dass Krankenkassen die Versicherten „aktiv um ihr Einverständnis bitten, bevor sie Daten analysieren und Gesundheitshinweise aussprechen“.

Zudem könnten Abrechnungsdaten auch Fehler enthalten, sodass Fehleinschätzungen nicht ausgeschlossen sind. Deshalb dürften Krankenkassen Versicherte nicht ungefragt mit Risikohinweisen konfrontieren, so Auer weiter. Die Bewertung gesundheitlicher Risiken gehöre vielmehr in ärztliche Hände.

Die Telefonbefragung von Forsa fand vom 22. bis 24. September statt. Dabei wurden 1.024 gesetzlich krankenversicherte Personen ab 18 Jahren um ihre Meinung gebeten.

kna

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