Vermischtes

Umfrage: Männer gehen in Notaufnahme, Frauen warten auf den nächsten Arzttermin

  • Mittwoch, 22. April 2026
/picture alliance, Bernd Weißbrod
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Hamburg – In den vergangenen drei Jahren hatten 37 Prozent der Menschen in Deutschland plötzliche Gesundheitsbeschwerden außerhalb der Praxisöffnungszeiten. Von diesen gingen 34 Prozent in die Notaufnahme – wobei sich Männer deutlich häufiger dafür entschieden, die Notaufnahme aufzusuchen als Frauen (42 Prozent zu 28 Prozent). Das zeigt eine heute vorgelegte repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK).

Einen Krankenwagen über die 112 haben demnach 20 Prozent der Menschen mit plötzlichen Gesundheitsbeschwerden außerhalb der Praxisöffnungszeiten gerufen.18 Prozent haben gewartet, bis ihre reguläre Arztpraxis wieder geöffnet hat. Auch hier zeigt sich ein deutlicher Geschlechterunterschied: Frauen entschieden sich häufiger als Männer dafür, im Krankheitsfall erstmal abzuwarten. (22 Prozent zu 12 Prozent).

Nur ein kleiner Teil der Menschen, die laut TK-Umfrage in den letzten drei Jahren plötzliche Beschwerden außerhalb der Praxisöffnungszeiten hatten, haben die Angebote des ärztlichen Bereitschaftsdiensts genutzt: 14 Prozent haben sich telefonisch unter der 116 117 beraten lassen, nur zehn Prozent sind in eine Bereitschaftspraxis gegangen.

„Die Frage, wie dringend medizinische Hilfe nötig ist und wo man diese am besten bekommt, ist alles andere als einfach. Unser Gesundheitssystem ist leider nicht so aufgestellt, dass es den Menschen die Beantwortung dieser Frage erleichtert. Deshalb ist es gut, dass die Regierung die Notfallreform jetzt auf den Weg bringt“, betonte Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK.

Die heute im Kabinett beschlossene Reform sieht unter anderem eine qualifizierte Ersteinschätzung vor, die Hilfesuchenden auf Basis ihrer Symptome zur passenden Versorgung führt. Sie soll zum Beispiel telefonisch in der neuen Akutleitstelle, bestehend aus der Rettungsleitstelle 112 und der 116 117, sowie den neuen integrierten Notfallzentren (INZ) in Krankenhäusern verfügbar sein.

EB/aha

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