Umstrittene Pathways-Studie zu Pubertätsblockern kann doch starten

London – Nach einer gerichtlichen Prüfung kann eine Arbeitsgruppe am King’s College London jetzt doch mit der Rekrutierung von Kindern zwischen elf und 16 Jahren mit Geschlechtsdysphorie für die umstrittene Pathways-Studie beginnen.
Die Studie wurde nach einer Empfehlung der vorangegangenen „Cass-Studie“ zur Geschlechtsidentitätsbehandlung bei Kindern konzipiert. Diese Studie hatte ergeben, dass die Evidenz für den Nutzen von Pubertätsblockern für Jugendliche mit Geschlechtsdysphorie mangelhaft sei.
Hilary Cass, die diese Überprüfung leitete, hatte erklärt, ihr Bericht habe „eine sehr schwache Evidenzbasis” für die Vorteile von Pubertätsblockern für Kinder und Jugendliche mit Geschlechtsdysphorie aufgedeckt, aber „angesichts der Tatsache, dass es Kliniker, Kinder und Familien gibt, die fest an die positiven Auswirkungen glauben, ist eine Studie der einzige Weg, um dies zu klären“, sagte sie.
Aktivisten reichten aber eine Klage gegen die Studie ein und argumentierten, die bestehenden Sicherheitsvorkehrungen seien unzureichend. Sie äußerten Bedenken hinsichtlich der langfristigen körperlichen und psychischen Auswirkungen auf junge Menschen.
Das britische Ministerium für Gesundheit und Soziales hatte daraufhin im Februar diesen Jahres bekannt gegeben, dass die Pathways-Studie zu pubertätshemmenden Hormonen aus Sicherheitsbedenken vorerst gestoppt sei.
Das Gericht wies diesen Antrag auf gerichtliche Überprüfung aber jetzt zurück. „Den Klägern gelang es nicht, den Richter davon zu überzeugen, dass eines der von ihnen vorgebrachten rechtlichen Argumente realistische Erfolgsaussichten hat. Er stellte fest, dass beide Aufsichtsbehörden ihren gesetzlichen Transparenzpflichten nachgekommen sind“, erläuterte Jonathan Montgomery, Professor für Gesundheitsrecht am University College London.
Der Richter habe daraufhin hingewiesen, dass die Studienteilnehmenden über „viele Monate“ hinweg von Fachärzten untersucht worden seien, die „zu der Einschätzung gelangt seien, dass ein Kind begründete Aussichten auf einen klinischen Nutzen aus der Behandlung habe“.
„Die Pathways-Studie verfügt über alle erforderlichen Genehmigungen, um gemäß dem genehmigten Forschungsprotokoll mit der Rekrutierung von Teilnehmern zu beginnen“, sagte Matt Westmore, Geschäftsführer der britischen Health Research Authority.
Dies ist eine Behörde die den Schutz von Patienten in der Gesundheitsforschung sicherstellen soll. Eine ihrer Aufgaben ist die Verwaltung und Koordination von Ethikkommissionen.
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