Ungenügender Schutz von Kindern: US-Jury in New Mexiko spricht Meta schuldig

Washington – In einem Prozess gegen die Facebook-Mutter Meta im US-Bundesstaat New Mexico haben die Geschworenen den Konzern für schuldig befunden, Minderjährige auf den Plattformen Facebook, Instagram und Whatsapp nicht ausreichend zu schützen.
Das Urteil von gestern verpflichtet Meta zur Zahlung einer Geldbuße von 375 Millionen Dollar (rund 328 Millionen Euro). Es fiel zum Abschluss eines sechswöchigen Prozesses in Santa Fe. Meta kündigte Berufung an.
Die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaats hatte Mark Zuckerbergs Meta-Konzern vorgeworfen, Minderjährige nicht ausreichend vor Online-Anmache, sexuellem Missbrauch und Menschenhandel in den Onlinediensten geschützt zu haben. Die Anklage forderte deshalb eine Strafzahlung von rund 2,2 Milliarden Dollar (rund 1,89 Milliarden Euro). Die Geschworenen blieben aber deutlich dahinter zurück.
Dennoch sei das Urteil „ein historischer Sieg für jedes Kind und jede Familie, die den Preis dafür gezahlt hat, dass Meta Profit über die Sicherheit von Kindern gestellt hat“, erklärte Generalstaatsanwalt Raúl Torrez, der die Klage eingereicht hatte. Die Führungsebene von Meta habe gewusst, „dass ihre Produkte Kindern schaden“. Die Manager hätten aber Warnungen der eigenen Mitarbeiter ignoriert und die Öffentlichkeit belogen.
Der US-Konzern kündigte nach der Urteilsverkündigung an, in Berufung zu gehen. „Wir lehnen das Urteil respektvoll ab“, erklärte ein Meta-Sprecher. „Wir arbeiten hart daran, die Sicherheit der Menschen auf unseren Plattformen zu gewährleisten.“
In der kalifornischen Großstadt Los Angeles läuft derweil ein Modellprozess gegen die Internetriesen Meta und Youtube, die laut Anklage Social-Media-Sucht gefördert haben sollen. Die Geschworenen erklärten vorgestern nach mehr als einwöchigen Beratungen, sie täten sich schwer mit dem Urteil gegen einen der Konzerne.
Die Vorsitzende Richterin Carolyn Kuhl rief die Jurymitglieder daraufhin auf, weiter zu tagen. Ohne Urteil müssten neue Geschworene ausgewählt werden, und das erzeuge „Zusatzkosten für alle“, mahnte Kuhl.
In dem Verfahren geht es um den Fall einer heute 20-jährigen Kalifornierin. Sie wirft den Betreibern der Online-Netzwerke vor, sie als Minderjährige abhängig gemacht und ihr dadurch schwere psychische Schäden zugefügt zu haben. In dem Prozess hatten unter anderem Meta-Chef Zuckerberg und Instagram-Chef Adam Mosseri ausgesagt. Beide wiesen die Vorwürfe zurück.
Das Ergebnis des Prozesses dürfte einen Maßstab für die Entscheidung über tausende weitere Klagen setzen. Darin wird den Tech-Riesen vorgeworfen, junge Nutzerinnen und Nutzer abhängig gemacht zu haben und damit für Depressionen, Essstörungen, Psychiatrie-Aufenthalte und sogar Suizide verantwortlich zu sein.
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