Unionsfraktion diskutiert härtere Strafen für sexuellen Missbrauch

Berlin – Nach dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche diskutiert die Unionsfraktion im Bundestag härtere Strafen für sexuellen Missbrauch und einen besseren Schutz der Opfer. „Das Thema bewegt uns und empört uns auch“, sagte der familienpolitische Sprecher der Fraktion, Marcus Weinberg, heute in Berlin. Die Ende September vorgestellte Studie zum Missbrauch durch katholische Kleriker habe erschreckend deutlich gemacht, dass Hilfe und Prävention verbessert werden müssten.
Weinberg und die stellvertretende Fraktionschefin Nadine Schön hatten bereits vor dem Skandal einen 20-Punkte-Plan erarbeitet, der nun bis Jahresende in der Fraktion beschlossen werden soll. Darin fordern sie unter anderem, dass die Mindeststrafe für sexuellen Missbrauch von Kindern von sechs Monaten auf ein Jahr angehoben wird.
Dann könnten Strafverfahren nicht mehr gegen Zahlung von Geldauflagen eingestellt werden und die Taten würden im erweiterten Führungszeugnis erfasst. Erzieher in Kitas und Schulen sollten stärker als bisher darin ausgebildet werden, Anzeichen für Missbrauch zu erkennen. Betroffene Kinder sollten nur noch einmal zum Übergriff befragt werden und nicht immer wieder an die Tat erinnert werden.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: