Universitätsklinikum Eppendorf weist Kritik im Umgang mit COVID-19-Fällen zurück

Hamburg – Nach einer Häufung von COVID-19-Fällen im Krebszentrum des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) hat die Klinikleitung heute Kritik an der Informationspolitik des Hauses zurückgewiesen. Die Gesundheitsbehörden seien von Anfang an über jeden Einzelfall informiert worden, sagte der auch für die Onkologie zuständige Klinikdirektor Carsten Brockmeyer. Das UKE sei sehr professionell mit den Fällen umgegangen und habe die Situation „sehr gut gemanaget“.
Wie der Direktor für Patienten- und Pflegemanagement, Joachim Prölß, sagte, waren die ersten sieben Patienten einer onkologischen Station am Abend des 5. April positiv getestet worden, nachdem zuvor bei einem Klinikmitarbeiter eine Infektion festgestellt worden war. Im Laufe der vergangenen Woche seien dann weitere Patienten positiv getestet worden, „ungefähr 20 waren es“, sagte er. Auch bei rund 20 Klinikmitarbeitern wurde das Virus festgestellt.
Dem zuständigen Gesundheitsamt seien am Morgen des 6. April die COVID-19-Erkrankungen gemeldet worden, „mit dem Hinweis, dass es sich hier um eine Häufung handelt“, sagte der Leiter der Krankenhaushygiene, Johannes K.-M. Knobloch. Derzeit befinden sich laut Brockmeyer noch 15 infizierte Krebspatienten auf Normalstationen, die im Krebszentrum speziell für COVID-19-Fälle eingerichtet worden seien. Drei Patienten würden intensivmedizinisch betreut, davon werde einer beatmet.
Hamburgs CDU-Fraktion hatte zuvor rasche Aufklärung gefordert. Der Vorfall müsse umgehend von Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) aufgeklärt werden, sagte CDU-Fraktionschef Dennis Thering. Er wolle wissen, wieso es so lange gedauert habe, bis dieser Fall überhaupt an die Öffentlichkeit gekommen sei.
Das wies das UKE zurück. Über den Zeitpunkt könne man streiten. Man habe aber zunächst den Schwerpunkt auf die Versorgung der gefährdeten Patienten gelegt, die Lage analysiert und Infektionswege nachvollziehen wollen, hieß es vom UKE. Die Versorgung der Patienten habe Vorrang gehabt. Alle Regeln seien eingehalten worden.
Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) hatte ebenfalls versichert, dass das Krankenhaus die gesetzlichen Meldeketten durchgängig vollzogen habe. Das UKE sei sehr transparent gewesen und habe das für das Klinikum zuständige Gesundheitsamt sowie die für die Patienten zuständigen Ämter an deren Wohnort informiert, sagte Fegebank im Radiosender NDR 90,3.
Laut Infektionsschutzgesetz sei die Wissenschaftsbehörde nicht Meldeempfängerin, aber sie stehe im ständigen Kontakt mit dem UKE. Der ärztliche UKE-Direktor habe sie in der Vergangenheit in Kenntnis gesetzt über verschiedene Fälle von positiv Getesteten am Klinikum, ergänzte Fegebank.
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