Universität Gießen koordiniert Projekt gegen antibiotikaresistente Bakterien

Gießen – Ein Projekt zur Bekämpfung von antibiotikaresistenten Bakterien, insbesondere aus der Gruppe der Enterobakterien, koordiniert das Institut für Medizinische Informatik der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU).
Das Vorhaben namens GUARDIAN („Genom-basierte Identifizierung, Analyse und Prädiktion antimikrobieller Resistenzen in One-Health-Netzwerken unter Verwendung von künstlicher Intelligenz“) zielt darauf ab, Ausbrüche dieser resistenten Bakterien frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert das Projekt mit insgesamt 3,5 Millionen Euro.
Im Gießener Teilprojekt „Datenerhebung, -integration und Resistenzprognose im One-Health-Kontext“ will eine Arbeitsgruppe um Keywan Sohrabi Daten aus der Humanmedizin, der Tiermedizin, dem Lebensmittelbereich sowie aus Umweltuntersuchungen zusammengeführt und systematisch auswerten. Mit Künstlicher Intelligenz sollen Vorhersagen darüber getroffen werden, wie und wo sich diese Erreger voraussichtlich ausbreiten.
Im Fokus stehen besonders problematische Bakterienarten wie Citrobacter, Escherichia coli, Klebsiella und Enterobacter, die bereits in Kliniken, Abwässern oder auf landwirtschaftlichen Flächen nachgewiesen wurden und häufig eine Unempfindlichkeit gegenüber wichtigen Reserveantibiotika aufweisen.
GUARDIAN vereint Expertise aus der Humanmedizin, Veterinärmedizin, Medizinischen Informatik, Mikrobiologie, Bioinformatik, Epidemiologie, Umweltwissenschaften und dem öffentlichem Gesundheitswesen.
Beteiligt sind unter anderem die Institute für Medizinische Mikrobiologie der JLU und der Philipps-Universität Marburg, das Institut für Hygiene und Infektionskrankheiten der Tiere der JLU sowie die Universitätsmedizin Greifswald.
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