Ärzteschaft

Urologen sehen Selbsttests zur Prostatakrebsfrüherkennung kritisch

  • Mittwoch, 18. März 2026
/magicmine, stock.adobe.com
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Berlin – Der Berufsverband der Deutschen Urologie (BvDU) rät von der Verwendung von Selbsttests auf prostataspezifisches Antigen (PSA) zur Prostatakrebsfrüherkennung ab. Mobile PSA-Tests erzeugten im Zweifel mehr Verunsicherung als medizinischen Nutzen.

„Falsch-positive Ergebnisse könnten unnötige Ängste auslösen, während unauffällige Werte Männer trotz individueller Risikokonstellationen in falscher Sicherheit wiegen könnten“, so die Kritik des Berufsverbandes.

Der PSA-Wert ist dem BvDU zufolge kein Ja-/Nein-Indikator, sondern ein Steuerungsparameter innerhalb eines komplexen diagnostischen Pfades. „Ein isolierter Messwert ohne ärztliche Einordnung kann medizinisch in die Irre führen“, so der BvDU-Vorstand.

Hinzu kommen demnach methodische Probleme: PSA-Selbsttests für zuhause erfolgten nicht auf dem Qualitätsniveau eines labormedizinisch bestimmten PSA-Werts. Außerdem sei die eigenständige Probenentnahme zu Hause sowie der Versand anfällig für Fehler und könne die Aussagekraft der Ergebnisse zusätzlich beeinträchtigen.

Der BvDU fordert, die PSA-Bestimmung sowie die transrektale Ultraschalluntersuchung in die Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung aufzunehmen.

„Früherkennung braucht ärztliche Beratung, qualitätsgesicherte Diagnostik und eine klare medizinische Verantwortung. Ein isolierter Selbsttest kann diese Struktur nicht ersetzen und birgt aus urologischer Sicht ein relevantes Risiko für die Patientensicherheit“, hieß es aus dem Verband.

hil

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