Verband plädiert für Stärkung kommunaler Gesundheitsämter

Berlin – Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) und die kommunalen Gesundheitsämter müssen gestärkt werden, wenn die Prävention im Land ausgebaut und weiterentwickelt werden soll. Dafür plädiert der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD).
„Die Gesundheitsämter kennen die gesundheitlichen Herausforderungen in ihren Kommunen, sind eng mit Kitas, Schulen, Pflegeeinrichtungen, Vereinen und weiteren Partnern vernetzt und erreichen Menschen in allen Lebensphasen. Diese Strukturen müssen wir konsequent nutzen und weiter stärken“, sagte der Vorsitzende des BVÖGD, Peter Schäfer, anlässlich einer Verbändeanhörung im Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Gestern war dort auch eine neue „Präventionsoffensive“ gestartet worden.
Dass die Prävention und Gesundheitsförderung im Zuge der aktuellen Reformen stärker in den Fokus gerückt sind, begrüßt der BVÖGD. In einer Stellungnahme an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) betont der Verband, dass die Entwicklung vor allem für die kommunale Ebene eine Chance ist, um dauerhaft als zentraler Akteur der Prävention verankert zu werden.
Die kommunalen Gesundheitsämter verfügten fachlich über die notwendigen Voraussetzungen für eine wirksame Präventionsarbeit, heißt es in der Stellungnahme. Der BVÖGD mahnt, dass zusätzliche Aufgaben allerdings nur mit einer verlässlichen Finanzierung bewältigt werden könnten. Gesundheitsämter müssten deshalb personell, strukturell und finanziell so aufgestellt werden, dass sie Prävention, Gesundheitsschutz und Krisenvorsorge auch dauerhaft erfüllen könnten.
Positiv ordnet der Verband die geplante Einführung einer gestaffelten Steuer auf zuckergesüßte Getränke und Erhöhungen der Tabak- und Alkoholsteuer ein. Nach Auffassung des Verbandes sollten die Einnahmen gezielt in Prävention und Gesundheitsförderung investiert werden.
„Eine erfolgreiche Präventionspolitik braucht nicht nur starke kommunale Strukturen, sondern auch eine belastbare wissenschaftliche Grundlage“, heißt es zudem von der Deutschen Gesellschaft für Öffentliches Gesundheitswesen (DGÖG). Prävention und Gesundheitsförderung müssten daher wissenschaftlich stärker fundiert und der ÖGD als Ort für Forschung, Lehre und evidenzbasierte Praxis weiterentwickelt werden.
„Forschung, Evaluation und die Akademisierung des ÖGD sind entscheidende Voraussetzungen, um Präventionsmaßnahmen evidenzbasiert weiterzuentwickeln und ihre Wirksamkeit dauerhaft zu sichern“, sagte die Vorsitzende der DGÖG, Susanne Pruskil.
BVÖGD und DGÖG haben dem BMG ihre fachliche Unterstützung in der gestern gestarteten Präventionsoffensive und bei der Weiterentwicklung des Präventionsgesetzes zugesichert.
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