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Versicherte zahlen für Hilfsmittel mehr als eine Milliarde Euro extra

  • Montag, 27. Juli 2026
/Dragana Gordic, stock.adobe.com
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Berlin – Gesetzlich Krankenversicherte haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Geld für höherwertige Hilfsmittel ausgegeben. Die freiwillig gezahlten Mehrkosten beliefen sich nach Angaben des aktuellen Mehrkostenbericht des GKV-Spitzenverbandes auf rund 1,13 Milliarden Euro und lagen damit knapp neun Prozent über dem Vorjahr. Die Ausgaben der Krankenkassen für Hilfsmittel stiegen um fünf Prozent auf 12,12 Milliarden Euro.

„Alle Versicherten haben das Recht auf eine mehrkostenfreie Versorgung mit Hilfsmitteln. Eine zusätzliche Kostenbeteiligung der Versicherten ist nur dann vorgesehen, wenn sie selbst bewusst höherwertige Leistungen wählen, die über das Maß des medizinisch Notwendigen hinausgehen“, betonte Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes.

Entscheidend sei immer die Beratung – Versicherte müssten in jedem Fall genau wissen, welchen Leistungsanspruch sie hätten und für welche medizinisch nicht notwendigen Extras sie zuzahlen müssten, so Blatt.

In gut drei von vier Fällen (77,7 Prozent) trugen Versicherte dem Bericht zufolge keine Mehrkosten für Hilfsmittel. Bei knapp jedem vierten Fall (22,3 Prozent) entschieden sich die Versicherten für die Zahlung eines Aufpreises, um eine höherwertige Versorgung zu erhalten.

Der Anteil dieser Mehrkostenfälle erreichte damit den höchsten Stand seit Beginn der Berichterstattung im Jahr 2019. Auch stiegen die durchschnittlichen Eigenzahlungen je Mehrkostenfall im Vergleich zu 2024 um sieben Prozent auf 158,61 Euro.

Besonders ins Gewicht fielen Hörhilfen. Obwohl sie lediglich 5,9 Prozent aller Mehrkostenfälle ausmachten, entfielen wegen der hohen Eigenbeteiligungen rund 62 Prozent aller Mehrkosten auf diese. Versicherte zahlten durchschnittlich 1.656,99 Euro zusätzlich – mit Abstand mehr als bei allen anderen Hilfsmitteln.

Am häufigsten entschieden sich gesetzlich Versicherte allerdings für die Zahlung von Mehrkosten bei Schuheinlagen. In mehr als jedem zweiten Fall bezahlten sie zusätzlich für eine höherwertige Ausführung.

kna/aha

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