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Versorgung bei Hüft- oder Kniegelenktotalendoprothese kann verbessert werden

  • Montag, 20. Juli 2026
/picture alliance, dpa Themendienst, Florian Schuh
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Berlin – Ältere Menschen mit Multimorbidität profitieren bei einer elektiven Hüft- oder Kniegelenktotalendoprothesen-Operation von einer auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen orthogeriatrischen Versorgung. Das zeigt das vom Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) geförderte Projekt „Spezielle Orthopädische Geriatrie“ (SOG), das am Universitätsklinikum Regensburg erfolgte.

Im Vergleich zur orthopädischen Standardversorgung führte das Versorgungskonzept unter anderem zu einer nachhaltig besseren Mobilität, weniger Komplikationen und einer kürzeren Krankenhausverweildauer. Der Innovationsfonds wird die Ergebnisse des Projektes daher an verschiedene medizinische Fachgesellschaften weiterleiten.

Hintergrund des Projekts ist die zunehmende Zahl älterer und gebrechlicher Personen, die aufgrund des demografischen Wandels einen künstlichen Hüft- oder Kniegelenkersatz benötigen. Während orthogeriatrische Co-Management-Modelle in der Alterstraumatologie bereits etabliert sind, fehlte nach Aussagen des Forschungsteams bislang ein umfassendes Versorgungskonzept für elektive orthopädische Eingriffe.

Das SOG-Konzept kombiniert eine umfassende geriatrische Vorbereitung vor der Operation mit einem geriatrisch angepassten Fast-Track-Operationsverfahren und einer multiprofessionellen orthogeriatrischen Betreuung nach dem Eingriff.

Dazu gehören unter anderem die Optimierung von Risikofaktoren und Medikation, eine frühe Mobilisierung, intensivierte Physio- und Ergotherapie, Maßnahmen zur Delirprävention sowie die gemeinsame Versorgung durch Orthopäden, Geriater und weitere Fachkräfte.

Die Wirksamkeit des Konzepts wurde in einer monozentrischen, randomisierten kontrollierten Studie untersucht. Insgesamt nahmen 278 Menschen ab 70 Jahren mit geriatrischer Multimorbidität teil. 141 Personen erhielten die Standardversorgung, 137 wurden nach dem SOG-Konzept behandelt.

Primärer Endpunkt war die Mobilität, gemessen mit der Short Physical Performance Battery. Weitere Endpunkte umfassten unter anderem Gebrechlichkeit, postoperative Komplikationen, Lebensqualität und die Dauer des Krankenhausaufenthalts.

Bereits drei Tage nach der Operation zeigte die Interventionsgruppe eine signifikant bessere Mobilität als die Kontrollgruppe. Dieser Vorteil blieb bis drei Monate nach dem Eingriff bestehen. Die Unterschiede erreichten eine klinisch substanzielle Bedeutung.

Parallel dazu entwickelte sich auch die Gebrechlichkeit günstiger: Während sich der Frailty-Status der SOG-Patienten verbesserte, verschlechterte er sich in der Kontrollgruppe zunächst deutlich. Zudem wurden in der Interventionsgruppe eine geringere Mangelernährung sowie am ersten postoperativen Tag bessere kognitive Funktionen festgestellt.

Besonders ausgeprägt waren die Unterschiede bei den Komplikationen. Das SOG-Konzept reduzierte die Gesamtkomplikationsrate dem Forschungsteam zufolge deutlich: die absolute Risikoreduktion lag bei 26,7 Prozent. Gleichzeitig verkürzte sich die Hospitalisierungsdauer im Vergleich zur Standardversorgung um nahezu einen Tag.

Die Patienten bewerteten zudem die Qualität der perioperativen Versorgung signifikant besser. Unterschiede bei den patientenberichteten Angaben zu Funktion und Lebensqualität erreichten dagegen keine statistische Signifikanz.

hil

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