Versorgung mit personalisierter Medizin in Deutschland verbesserungswürdig
Köln – Die Versorgung von Krebspatienten mit Präzisionsmedizin auf der Basis von genetischen Tests zu verbessern, fordert der Direktor der Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln, Michael Hallek. „Diese sogenannte personalisierte Medizin sollte breit zur Verfügung stehen, wo sie Nutzen bringt“, sagte Hallek auf dem Deutschen Krebskongress 2016 gegenüber dem Deutschen Ärzteverlag.
Er nannte als ein Beispiel den Lungenkrebs. Bestimmte Tests zur Eignung sogenannter IGF-Rezeptoren-Inhibitoren würden in Deutschland zu selten durchgeführt, was zu Fehl- und Unterversorgung führen könne.
Hallek fordert strukturelle Verbesserung, zum Beispiel durch den Aufbau von Zentren oder Netzwerken, damit die Patienten unabhängig von ihrem Wohnort in den Genuss der neuen Behandlungen kämen.
Gleichzeitig empfiehlt Hallek, die Nutzenbewertung neuer Medikamente in der Onkologie grundlegend zu reformieren. Bisher werde nur die Sicherheit und in gewissem Maße die Wirksamkeit geklärt, nicht aber den Nutzen im Alltag, zum Beispiel für ältere Patienten oder in Kombination mit anderen Therapien, sagte er. Eine umfassende Reform sei notwendig, weil in den nächsten Jahren in der Onkologie „extrem viele neue Medikamente zugelassen werden“, so Hallek.
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