Versorgungszentren ringen um Besetzung der Ausbildungsstellen

Berlin – Nicht nur die niedergelassenen Ärzte, sondern zunehmend auch die Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) kämpfen mittlerweile mit Problemen bei der geeigneten Besetzung von Ausbildungsstellen. Das zeigt eine Umfrage des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung (Zi) im Rahmen des „MVZ-Panels“.
Demnach bilden derzeit 42 Prozent der Praxen und MVZ aus. Damit sei die Ausbildungsbereitschaft innerhalb der vertragsärztlichen Versorgung als hoch zu bewerten, schreibt das Zi. Die Bewerbungslage ist allerdings schwierig.
Dem MVZ-Panel zufolge sind in fast der Hälfte der Praxen und MVZ im Schnitt nicht einmal die Hälfte der Bewerbungen je Ausbildungsstelle formal geeignet gewesen. In fast einem Drittel hatten die eingestellten Auszubildenden in der Regel einen geringeren als den erwarteten Schulabschluss „Mittlere Reife“. Darüber hinaus müssten bestehende Entwicklungslücken bei Soft-Skills-Faktoren wie Sozialkompetenz und Belastbarkeit häufig in den Praxen während der Ausbildung geschlossen werden.
Häufige Ausbildungsabbrüche verschärfen nach Angaben des Zi den Personalmangel und erhöhen den Aufwand in den Praxen und MVZ zusätzlich. Rund ein Drittel der ausgewerteten Praxen und MVZ sind demnach in den Jahren 2017 bis 2021 von Ausbildungsabbrüchen betroffen gewesen. 76 Prozent der befragten MVZ schätzte die Verfügbarkeit von nicht ärztlichem Personal im Jahr 2022 als schlecht bis sehr schlecht ein.
Wärend 88 Prozent der städtischen MVZ sowie 79 Prozent der MVZ im Umland die Verfügbarkeit nicht ärztlichen Personals als schlecht oder eher schlecht wahrgenommen haben, waren es nur zwei Drittel der MVZ in ländlichen Regionen. Die Verfügbarkeit ärztlichen Personals wurde von 80 Prozent der MVZ als schlecht bis sehr schlecht bewertet, wobei sich diesbezüglich keine signifikanten regionalen Unterschiede zeigen.
Für das Zi-MVZ-Panel wurden rund 3.800 teilnahmeberechtigte MVZ und ihnen gleichgestellten Einrichtungen befragt. In die Untersuchung gingen die Angaben von bundesweit 288 MVZ ein, die im Zeitraum von Mitte Januar bis Ende Mai 2022 an der Online-Befragung des Zi teilgenommen haben.
Rund 38 Prozent der teilnehmenden Einrichtungen wurden von einem Krankenhaus getragen. Vertragsarztgetragene MVZ machten 34 Prozent aus. Bei über einem Drittel der teilnehmenden MVZ liegt die Hauptbetriebsstätte in Kernstädten, 42 Prozent sind in verdichteten Kreisen und 21 Prozent in ländlichen Regionen verortet.
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