Viele Betriebe in Rheinland-Pfalz halten sich nicht an Beschäftigungsquote für Menschen mit Behindernug

Mainz – Etwa jeder vierte rheinland-pfälzische Arbeitgeber mit mehr als 20 Mitarbeitern beschäftigt keinen schwerbehinderten Menschen – und das, obwohl Betriebe dieser Größe eigentlich gesetzlich zu einer Quote von mindestens fünf Prozent angehalten sind. „Ich appelliere an die Unternehmen, die gute konjunkturelle Lage zu nutzen und in die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen zu investieren“, sagte gestern der Landesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen, Matthias Rösch.
Laut Sozialministerium gab es in Rheinland-Pfalz im Jahr 2016 6.622 Arbeitgeber mit mehr als 20 Arbeitsplätzen. Nur 1.379 – also etwa jeder fünfte Betrieb – erreichten die geforderten fünf Prozent schwerbehinderter Arbeitnehmer. 1.715 Betriebe beschäftigten laut Rösch keinen einzigen schwerbehinderten Menschen.
„Deshalb unterstütze ich auch die Forderung nach einer deutlichen Erhöhung der Ausgleichsabgabe“, sagte er. Diese Abgabe müssen Betriebe entrichten, die sich nicht an die Fünf-Prozent-Quote halten. In Rheinland-Pfalz sind je unbesetztem Pflichtarbeitsplatz aktuell höchstens 320 Euro pro Monat fällig. Der Landesbeirat zur Teilhabe behinderter Menschen hatte eine Erhöhung gefordert.
Menschen mit Behinderung sind laut Ministerium häufiger und länger arbeitslos als Menschen ohne Behinderung, die Erwerbstätigenquote sei nur halb so hoch – und das trotz guter Lage am Arbeitsmarkt. „Vom Anstieg der Erwerbstätigkeit profitieren Menschen mit Behinderungen nicht in gleicher Weise“, sagte Rösch.
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