Vermischtes

Viele junge Erwachsene sind einsam

  • Montag, 22. Juni 2026
/Tunatura, stock.adobe.com
/Tunatura, stock.adobe.com

Wiesbaden – Etwa jeder fünfte junge Erwachsene in Deutschland fühlt sich sehr einsam. Das gab das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) heute in Wiesbaden bekannt. Die Daten stammen demnach aus dem familiendemografischen Panel Freda aus dem Winter 2024/25.

Demnach hat sich auch mehrere Jahre nach der Coronapandemie der Anteil der stark einsamen Menschen unter den 21- bis 30-Jährigen mit rund 21 Prozent kaum verringert. Unter den 31- bis 54-Jährigen liege dieser Wert mit 14 Prozent deutlich niedriger.

Insgesamt berichtet rund ein Drittel (34 Prozent) aller befragten Erwachsenen im Alter von 21 bis 54 Jahren, sich zumindest teilweise einsam zu fühlen. Davon sind 16 Prozent stark und 18 Prozent moderat betroffen.

Frauen gaben in allen Befragungen seit dem Jahr 2022 etwas häufiger an, sich einsam zu fühlen als Männer. Zum jüngsten Zeitpunkt im Winter 2024/25 berichteten 36 Prozent der Frauen und 32 Prozent der Männer von Einsamkeit.

„Das Einsamkeitsempfinden hat sich seit der Coronapandemie kaum zurückgebildet“, erklärte BiB-Expertin Sabine Diabaté. „Damit bestätigt sich, dass Einsamkeit unter jungen Erwachsenen kein kurzfristiges Phänomen während und nach der Pandemiezeit ist, sondern besonders für die Generation Z zu einer anhaltenden psychosozialen Belastung zu werden scheint.“ Zur Generation Z werden die etwa zwischen 1995 und 2010 Geborenen gezählt.

Als Gründe für die höhere Betroffenheit jüngerer Erwachsener nennt das BiB unter anderem, dass sich viele Menschen dann generell in einer Phase der Orientierung und des Übergangs befänden, was die Anfälligkeit für Einsamkeit erhöhen könne. Prekäre Lebensverhältnisse und soziale Unsicherheit erhöhten ebenfalls das Risiko für Einsamkeit. Gerade junge Erwachsene erlebten durch multiple Krisen unsichere Zukunftsperspektiven.

afp

Diskutieren Sie mit:

Deutsches Ärzteblatt bei Google bevorzugen

Wenn Sie Deutsches Ärzteblatt als bevorzugte Quelle festlegen, können Inhalte von uns in Ihren Google-Ergebnissen sichtbarer erscheinen.

Jetzt bei Google bevorzugen

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung