Vier von zehn Praxen und MVZ bilden Medizinische Fachangestellte aus

Berlin – Ausbildung wird in den Arztpraxen und den Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) groß geschrieben: Bundesweit bilden 42 Prozent von ihnen Medizinische Fachangestellte (MFA) aus. Das zeigt eine neue Erhebung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi).
Laut der Befragung ist die Bewerbungssituation aber kritisch: In fast der Hälfte der Praxen und MVZ waren im Schnitt weniger als die Hälfte der Bewerbungen je Ausbildungsstelle geeignet. In fast einem Drittel hatten die eingestellten Auszubildenden in der Regel einen geringeren als den von den Personalverantwortlichen erwarteten Schulabschluss „Mittlere Reife“.
Auch bei Soft-Skill-Faktoren wie Sozialkompetenz und Belastbarkeit müssten häufig „bestehende Entwicklungsbedarfe in den Praxen während der Ausbildung geschlossen werden“, wie es aus dem Zi hieß. Bei rund einem Drittel der Praxen und MVZs hätten Auszubildende ihre Lehre in den Jahren 2017 bis 2021 sogar abgebrochen.
„Die derzeitige Ausbildungsordnung erscheint vielen Praxisinhaberinnen und -inhabern nicht mehr an die modernen Arbeitsplatzerfordernisse angepasst“, erläuterte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried. Die Ausbildung müsse mehr auf Grundlagenkenntnisse und Soft Skills fokussieren, damit die Auszubildenden besser auf die Tätigkeit als MFA vorbereitet würden.
Das Zi schlägt dazu ein modulares Ausbildungskonzept vor: „Grundlagenkenntnisse sollten gezielt vertieft und in Teilen mit wählbaren Schwerpunkten kombiniert werden können, zum Beispiel im Bereich der Praxisorganisation und Digitalisierung“, so von Stillfried. Auf diesen könnten attraktive Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für die besten Kandidatinnen und Kandidaten aufsetzen, so der Zi-Vorstandsvorsitzende.
Aber die Ausbildung sowie Weiterbildungen müssen laut dem Zi auch besser bezahlt werden können. „Die Kassenärztlichen Vereinigungen könnten beispielsweise einen Zuschuss zur Aus- und Weiterbildung zahlen, wenn die Krankenkassen dies in Summe, etwa als Fonds einer Qualifizierungsinitiative, gegenfinanzieren würden“, erklärte von Stillfried.
Die Erhebung erfolgte im Rahmen der jährlichen Erhebung des sogenannten Zi-Praxis-Panels 2021 und des Zi-MVZ-Panels 2022.
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