Warken plant keine Abschaffung der telefonischen Krankschreibung

Berlin – Trotz eines Beschlusses auf dem CDU-Parteitag hat Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) aktuell offenbar nicht vor, in der Regierungskoalition einen Anlauf zur Abschaffung der telefonischen Krankschreibung zu nehmen.
Für sie gelte der Koalitionsvertrag. Dort sei vorgesehen, den Missbrauch bei der Krankschreibung über Onlineplattformen einzuschränken, sagte die CDU-Politikerin heute im RTL/ntv Frühstart.
Es gebe ein Misstrauen, dass diese Möglichkeit ausgenutzt werde. Da es im Koalitionsvertrag stehe, gehe sie davon aus, dass die SPD dies mitmache, so Warken. „Da steht ja auch nicht drin, die telefonische Krankschreibung wird abgeschafft, da steht drin, es wird Missbrauch eingedämmt.“
Die Debatte um die telefonische Krankschreibung war vor einigen Wochen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) angestoßen worden. Hintergrund ist die hohe Zahl an Krankentagen der deutschen Arbeitnehmer.
Je nach Krankenkasse variiert die Zahl der durchschnittlichen Krankschreibungen von 19 bis teils 22 Tagen und mehr pro Jahr, was im europäischen Vergleich einen der höchsten Werte darstellt. Aus Sicht der Krankenkassen liegt dies aber vorrangig an Langzeitkrankmeldungen. Unter den Ärzten gibt es weiterhin zahlreiche Befürworter der telefonischen Krankschreibung.
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