Warnung vor Rückschritten bei der Bekämpfung von Tuberkulose und Malaria

Berlin – Kürzungen bei der Entwicklungshilfe, globale Krisen, klimatische Veränderungen und zunehmende Resistenzen gegen Pestizide und Arzneimittel bedrohen die globalen Erfolge der vergangenen Jahrzehnte beim Kampf gegen Tuberkulose (TB) und Malaria.
Das betonten die Deutschland-Direktorin der Entwicklungsorganisation ONE, Lisa Ditlman, und der Präsident und Vorstandsvorsitzende der Global Alliance for TB Drug Development (TB Alliance), Melvin Spigelman, im Entwicklungsausschuss des Bundestages.
Spigelman zufolge ist es gelungen, die Behandlung von akuter TB erheblich zu verkürzen und die Kosten dafür deutlich zu senken. Die Welt stehe kurz davor, TB zu eliminieren. Dafür seien jedoch höhere Investitionen notwendig, betonte er.
Dass die Fördermittel, vor allem für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von HIV, Tuberkulose und Malaria stattdessen gekürzt würden, führe dazu, dass seine Organisation „hart entscheiden müsse, was machbar ist und was nicht“.
Spigelman fügte hinzu, dass der private Sektor bisher kaum zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe beigetragen habe. Da TB größtenteils die „Ärmsten der Armen“ treffe, könnten Unternehmen damit keinen Profit machen.
Ditlman verwies darauf, dass Infektionskrankheiten ein globales Problem seien. Auch in Deutschland träten immer wieder therapieresistente TB-Fälle auf, deren Behandlung sehr viel kostspieliger sei als deren Prävention. Sie kritisierte, mit der Zusage, für die Jahre 2026 bis 2028 eine Milliarde Euro zum Globen Fonds beizusteuern, liege Deutschland – wie viele andere Länder auch – unter dem Niveau der Vorjahre.
Johann Saathoff (SPD), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), betonte, die Bundesregierung werde in ihren Anstrengungen für die Bekämpfung von Malaria und TB nicht nachlassen. Dies sei nicht nur eine gesundheitspolitische Aufgabe, sondern auch eine Frage von Armutsbekämpfung, sozialer Gerechtigkeit und nachhaltiger Entwicklung.
Ihm zufolge sind seit dem Jahr 2000 durch das weltweite Engagement gegen TB und Malaria etwa 83 Millionen Menschenleben gerettet worden. Dennoch bleibe die Lage ernst. Im Jahr 2024 seien weltweit schätzungsweise 10,7 Millionen Menschen neu an TB erkrankt, rund 1,23 Millionen daran gestorben.
Im selben Jahr seien rund 182 Millionen Malaria-Infektionen und etwa 610.000 Todesfälle registriert worden. TB und Malaria gehörten damit weiterhin zu den tödlichsten Krankheiten in Ländern mit niedrigem Einkommen, sagte Saathoff im Entwicklungsausschuss.
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