Was die IT-Industrie beim Thema E-Health von der Politik fordert

Berlin – Ein „klares Bekenntnis zur konsequenten Digitalisierung des Gesundheitswesens“, fordert der Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) in einem neuen Positionspapier zur Bundestagswahl 2017 von der Politik. „Die aktuelle Bundesregierung hat sich intensiv mit der Digitalisierung des Gesundheitssystems auseinandergesetzt und dahingehend wichtige, längst überfällige Impulse gesetzt. Im Hinblick auf die nächste Legislaturperiode geht es nun darum, diese Impulse aufzugreifen und weiterzuentwickeln“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Matthias Meierhofer, bei der Vorstellung des Papiers.
Der Verband konkretisiert seine Forderung in sieben Handlungsfeldern: Zunächst sei wichtig, ein nationales E-Health-Zielbild zu entwickeln. „Nur gemeinsam kann ein ganzheitliches und sektorenübergreifendes E-Health-Zielbild entwickelt werden, von dem sich konkrete und messbare strategische Ziele für die Versorgungslandschaft und für die Gesundheitswirtschaft ableiten lassen“, heißt es in dem Papier.
Zweitens sei eine zentrale Infrastruktur für die Kommunikation im Gesundheitswesen nötig. Diese müsse mittelfristig auch die Kommunikation über europäische Grenzen hinweg ermöglichen. „Ein zentraler Punkt ist außerdem der Zugang zu einer persönlichen elektronischen Patientenakte“, erklärte Meierhofer weiter. Zugang und Refinanzierung müssten geklärt und verbindlich festgelegt werden. Wichtig sei außerdem – viertens –, die Kommunikation zwischen informationstechnischen Systemen zu fördern, also die Interoperabilität.
Der bvitg fordert außerdem einen offenen Diskurs über die Anwendungen von sogenannter Smart Data, also der Gewinnung und Auswertung von Informationen aus den Datenbergen, welche die Forschung aber auch die Industrie anhäufen. Wichtig ist laut dem Positionspapier zudem, die Qualität von mobilen Anwendungen in der medizinischen Versorgung sicherzustellen (Stichwort: App-TÜV) und einen fairen Wettbewerb der Anbieter zu gestalten. „Gemeinsam mit allen Akteuren benötigen wir eine Vision, aus der sich konkrete und messbare strategische Ziele für die Versorgungslandschaft und Gesundheitswirtschaft ableiten lassen“, forderte Meierhofer.
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