Ärzteschaft

Weltärztebund verurteilt Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen

  • Mittwoch, 29. April 2026
Zerstörungen nach den russischen Angriffen auf das Krankenhaus in Sumy, Ukraine /picture alliance, Anadolu Fermin, Torrano
Zerstörungen nach den russischen Angriffen auf das Krankenhaus in Sumy, Ukraine /picture alliance, Anadolu Fermin, Torrano

Berlin/Belgrad – Der Vorstand des Weltärztebunds (World Medical Association, WMA) hat Angriffe auf Gesundheitsfachkräfte und medizinische Einrichtungen sowie Verstöße gegen das Prinzip der medizinischen Neutralität verurteilt.

Auf einer Tagung in Belgrad forderte er alle Staaten zur Einhaltung des humanitären Völkerrechts und zur Zusammenarbeit mit internationalen Gerichten auf. „Wer Krankenhäuser angreift und Ärztinnen und Ärzte bedroht, verletzt Prinzipien, die im humanitären Völkerrecht klar verankert sind“, betonte der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Klaus Reinhardt.

Mit den Beschlüssen von Belgrad sende die Ärzteschaft ein klares Signal. Gesundheitsschutz und Menschenrechte seien nicht verhandelbar – unabhängig davon, wo auf der Welt Menschen medizinische Hilfe benötigen würden.

In einer weiteren Resolution warnt die WMA vor Änderungen an Impfplänen für Kinder, die nicht evidenzbasiert sind. „Änderungen an Impfplänen für Kinder, die nicht evidenzbasiert sind, können zum Wiederauftreten von Krankheiten führen, die zuvor kurz vor der Ausrottung standen, wodurch die globale Gesundheit gefährdet und die Zukunft der Kinder weltweit bedroht wird“, heißt es darin.

Ein Ausbruch von Masern oder Meningitis gefährde die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen und könne sich auf andere Nachbarländer ausbreiten, insbesondere auf solche mit begrenzten Reaktionskapazitäten.

In einer überarbeiteten Stellungnahme zur Gesundheitsversorgung von Migranten bekräftigte der WMA-Vorstand zudem, dass der Zugang zur Gesundheitsversorgung ein grundlegendes Menschenrecht darstellt und medizinische Behandlung ausschließlich auf Grundlage klinischer Dringlichkeit und ohne Diskriminierung zu erfolgen hat.

„Niemand sollte Angst haben müssen, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ärztinnen und Ärzte müssen Patientinnen und Patienten ohne Einschüchterung oder Barrieren versorgen können“, sagte WMA-Präsidentin Jacqueline Kitulu.

hil

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