Ausland

WHO besorgt über Cholera-Ausbrüche im Jemen

  • Mittwoch, 14. Oktober 2026
/picture alliance, Xinhua, Murad Abdo
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Genf – Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt vor einem großen Cholera-Ausbruch im Jemen. Die Zahl der Neuinfektionen in dem kriegsversehrten Land habe sich zuletzt innerhalb weniger Wochen auf mindestens 647 verdreifacht, teilte die WHO gestern mit.

Bislang seien mehr als 8.000 Fälle in diesem Jahr gemeldet worden, mindestens 27 Menschen seien an der Durchfallerkrankung gestorben. Zuletzt hatte die Gewalteskalation zwischen den jemenitischen Huthi-Milizen und Saudi-Arabien eine größere Fluchtwelle ausgelöst.

Seit August hätten rund 200.000 Menschen deswegen ihre Heimat verlassen müssen. Die Geflüchteten hätten kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser, wodurch sich die bakterielle Erkrankung schneller verbreiten könne.

„Familien, die vor dem bewaffneten Konflikt fliehen, stehen nun vor einer anderen Gefahr – durch Krankheiten, die verhindert und behandelt werden könnten“, erklärte WHO-Regionaldirektorin Annette Heinzelmann.

Die Finanzierung zur Bekämpfung der Krankheit sei dabei mangelhaft. Laut der WHO sind von den benötigten rund 31 Millionen US-Dollar (rund 27 Millionen Euro) für einen 90-tägigen Notfallplan gegen die Cholera-Ausbreitung bislang nur knapp 3,8 Millionen Dollar gesichert.

„Ohne die dringend benötigten Mittel und ungehinderten Zugang zu sauberem Wasser und grundlegender Gesundheitsversorgung wird sich die Krankheit rasant in den bereits geschwächten Gemeinschaften verbreiten“, warnte Heinzelmann.

Die Fluchtbewegung sorge gleichzeitig dafür, dass sich die Krankheit weiter ausbreite, auch über die Landesgrenzen. So seien in der Hafenstadt Obok in Dschibuti, vom Jemen durch das Rote Meer und den Golf von Aden getrennt, bereits 44 Fälle in einem Flüchtlingscamp nachgewiesen worden.

kna

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