Hochschulen

Wie Roboter Pflegekräfte im Krankenhaus entlasten können

  • Mittwoch, 14. Oktober 2026
Die vier Roboter des deutsch-dänischen Forschungsprojekts HospiBot. /Starbord Visuals
Die vier Roboter des deutsch-dänischen Forschungsprojekts HospiBot. /Starbord Visuals
Dieses Dialog-Fenster öffnen

Kiel/Lübeck – Ein modulares Robotersystem kann Pflegekräfte bei nicht-medizinischen Aufgaben im Krankenhaus entlasten. Das berichtet eine deutsch-dänische Arbeitsgruppe nach Abschluss des Projektes „Hospibot“. Es ist von der Initiative der Europäischen Union „Interreg Deutschland-Danmark“ mit rund 1,68 Millionen Euro gefördert worden.

Herzstück des Projekts ist ein modulares Robotersystem, das Forschende der Syddansk Universitet in Dänemark und der Universität zu Lübeck entwickelt haben. Es besteht aus einer mobilen, autonom agierenden Basisplattform. Drei unterschiedliche Aufsatzmodule ermöglichen verschiedene Einsatzszenarien.

So kann der der humanoide Roboter „HuGo“ Besucher im Krankenhaus empfangen, einfache Fragen beantworten, den Weg weisen und sie auch an ihr Ziel begleiten. Das Projekt- und Testteam hat auch eine autonome Transportbox entwickelt. Sie ermöglicht den Transport von kleineren Gütern und erspart Wege.

Der Sicherheits- und Telepräsenzaufsatz „Tele“ erkennt auf nächtlichen Patrouillen im Krankenhaus hilfsbedürftige Personen und ermöglicht es ihnen, bei Bedarf Pflegepersonal per Video anzurufen.

„Bei der Testung haben wir untersucht, wie sicher und ab welcher Entfernung ‚Tele‘ Menschen in einer komplexen Umgebung erkennen kann“, erläutert Robert Wendlandt vom Biomechaniklabor am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Standort Lübeck.

Ihn habe der neugierige Umgang der Besucher und des Personals mit dem Roboter positiv überrascht. Anstatt nur vorbeizugehen, hätten die Menschen aktiv versucht, mit dem Roboter zu interagieren und herauszufinden, wie er auf Bewegung, Mimik und Gestik reagiere.

Franziska Uhing von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Kiel entwickelte mit dem sozialen Forschungsroboter „Furhat“ einen KI-gestützten robotischen Sprachtrainer.

„Wir möchten Furhat für die Sprachförderung von internationalem Klinikpersonal einsetzen. Er schlüpft in die Rolle von Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Die Pflegekräfte können mit seiner Hilfe Anamnesegespräche auf unterschiedlichem Sprachniveau führen“, erläuterte Uhing.

Die Fraunhofer-Einrichtung für Individualisierte Medizintechnik IMTE hat sich im Rahmen des Projektes mit rechtlichen Rahmenbedingungen für den Robotereinsatz befasst.

„Neben europäischen Vorgaben zur Produkt- und Maschinensicherheit, Datenschutz und Cybersicherheit, technischen Normen sowie nationale Arbeitsschutzbestimmungen müssen krankenhausinterne Anforderungen an Hygiene, Brandschutz, Risikomanagement und Infrastruktur berücksichtigt werden“, hieß es aus dem IMTE.

Besonders anspruchsvoll sei die Abgrenzung, ob ein Roboter lediglich Serviceaufgaben übernehme oder aufgrund seines medizinischen Verwendungszwecks unter die Medizinprodukteverordnung falle, erläuterte Lina Behrends aus der Arbeitsgruppe. 

hil

Diskutieren Sie mit:

Deutsches Ärzteblatt bei Google bevorzugen

Wenn Sie Deutsches Ärzteblatt als bevorzugte Quelle festlegen, können Inhalte von uns in Ihren Google-Ergebnissen sichtbarer erscheinen.

Jetzt bei Google bevorzugen

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung