Wie Unternehmen die Gesundheit ihrer Mitarbeiter am besten fördern können

Bremen – Unternehmen sollten im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung besonders auf Maßnahmen und Änderungen der Arbeitsumgebung setzen. Diese Verhältnisförderung ist effektiver als eine Verhaltensförderung, welche meint, Mitarbeiter zu gesundheitsfördernden Maßnahmen zu motivieren. Das berichten Sonia Lippke von der Jacobs University Bremen und Aike Hessel von der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen.
Das Präventionsgesetz, das seit dem Jahr 2016 gilt, erlaubt es Krankenkassen, die Gesundheit von Mitarbeitern in Betrieben zu unterstützen. Diese Maßnahmen betreffen jedoch die individuelle Förderung von Mitarbeitern. Bei unternehmensweiten Maßnahmen sind die Betriebe selbst in der Pflicht.
Offen war laut Lippke und Hessel bisher jedoch, wie wirksam diese verschiedenen Maßnahmen in Bezug auf Arbeitsfähigkeit und Verhaltensänderung tatsächlich sind. Nach einer Auswertung verschiedener Studien zum Thema berichten sie nun: Verhältnisförderung ist am effektivsten und Verhaltensförderung ist weniger effektiv, aber trotzdem sinnvoll. Werden Maßnahmen angeboten, die beide Ansätze kombinieren, dann liegt die Wirksamkeit in der Mitte.
„Die Gestaltung der Arbeitstätigkeit und der Arbeitsbedingungen sowie betriebliche Rahmenbedingungen sind zentral bei der Gesundheitsförderung. So kann etwa mangelnde Bewegung bei klassischen Bürojobs durch die ergonomische Gestaltung der Arbeitsumgebung und des Arbeitsplatzes reduziert werden“, hieß es von der Jacobs University. Denkbar seien zum Beispiel variable Schreibtische, an denen die Mitarbeiter im Stehen weiterarbeiten könnten.
Allerdings sei die Frage, ob die Mitarbeiter diese Möglichkeiten auch nutzten. Die individuelle Motivierung sei daher weiter gefragt. Lippke und Hessel empfehlen hierzu Workshops zu Zeit- und Selbstmanagement, professionell angeleiteten Pausensport und in den Workflow eingebaute Bewegungseinheiten.
„Unternehmen sind gut beraten, wenn sie gesundheitsförderliche Bewegungsmöglichkeiten in den Arbeitsalltag ihrer Mitarbeiter integrieren und die Verantwortung für ausreichende körperliche Aktivitäten nicht ausschließlich in den Freizeitbereich ihrer Mitarbeiter elegieren“, so Hessel.
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