Ärzteschaft

Windhorst pocht auf Unabhängigkeit ärztlicher Entscheidungen von der PKV

  • Freitag, 1. April 2011
Theodor Windhorst /Lopata
Theodor Windhorst /Lopata

Münster – Vor einer zu starken Rolle der privaten Krankenversicherung (PKV) hat der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst, gewarnt. Es dürfe den Versicherern nicht gelingen, im Rahmen der Überarbeitung der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) einen Einfluss auf Diagnose- und Therapieentscheidungen zu gewinnen.

„Es darf keine Eingriffe in die freie Arztwahl und die Therapiefreiheit der Ärzte geben“, betonte er. Entgegen des von dem PKV-Verband gewollten Systemwandels bestehe die Ärzteschaft auf ein faires, transparentes und nachvollziehbares Gebührenordnungssystem für ärztliche Leistungen.

In diesem Zusammenhang begrüßte Windhorst die Entscheidung des Bundesgesundheitsministers, eine Öffnungsklausel bei der Novellierung der Gebührenordnung für Zahnärzte nicht zu berücksichtigen.

„Die PKV stöhnt auf einem hohen Niveau und ohne Grund. Ihr Ruf nach mehr Macht und Einfluss auf die Gestaltung ärztlicher Leistungen wird durch die aktuellen Wachstumszahlen konterkariert“, sagte der Kammerpräsident.

Insgesamt waren in der PKV zum Jahresende 8,9 Millionen Menschen vollversichert, ein Plus von 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Netto-Neuzugang betrug mit 84.700 Personen zwar nur knapp die Hälfte des Zugangs im Vorjahr.
 

Dieser beruhte aber vor allem auf einem Sondereffekt: Zum Jahresanfang 2009 trat eine allgemeine Pflicht zur Versicherung in Kraft und führte dazu, dass Tausende vormals Unversicherte eine private Krankenversicherung abgeschlossen haben. „Im laufenden Jahr 2011 dürfte das Neugeschäft noch besser ausfallen“, hatte der Vorsitzende des Verbandes der PKV, Reinhold Schulte, Ende März erklärt.

„Es ist schön, wenn es den Privaten Krankenversicherern gut geht“, kommentierte Windhorst die Entwicklung der PKV. Vor dem Hintergrund dieser Zahlen müsse aber Schluss sein mit den Negativprognosen der Versicherer.

hil

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