Vermischtes

Wünschewagen startet in Rheinland-Pfalz und in Sachsen

  • Donnerstag, 12. Januar 2017

Mainz – In Rheinland-Pfalz und Sachsen ist in diesen Tagen ein neues Projekt gestartet, das Schwerkranken innige Wünsche erfüllen will. In Hessen soll der soge­nann­te „Wün­sche­wagen“ in den nächsten Wochen die Arbeit aufnehmen. Bisher gibt es die umge­bau­ten Krankenwagen in acht Bundesländern; der erste fuhr vor zwei Jahren im Ruhr­ge­biet. In Hessen wird in Kür­ze ebenfalls ein solcher Spezialwagen starten.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) unterstützt den „Wün­sche­wagen“ des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). Der umgebaute Krankenwagen soll dabei helfen, Schwerkranken innige Wünsche zu erfüllen. „Die Schirmherrschaft für solch ein wichtiges Projekt zu übernehmen, ist mir ein Herzensanliegen“, erklärte Dreyer. Noch ein­mal ans Meer zu fahren, noch ein­mal ein Konzert der Lieblingsband anzuhören, ein Fuß­­ball­spiel des Lieblingsclubs ansehen zu dürfen – das alles werde schwer kranken Men­schen mit dem Wünschewagen kosten­los ermöglicht.

Das Angebot setze da an, wo Angehörige allein überfordert seien, erklärte Karina Dinge­bauer vom ASB. „Zum Beispiel wenn ein Fahrgast nur liegend transportiert werden kann oder pflegerische oder medizinische Betreuung benötigt.“

Das Fahrzeug in Rheinland-Pfalz unterscheidet sich von nor­malen Krankenwagen durch eine Rundumver­glasung, sodass der Fahrgast zu allen Sei­ten hinausschauen kann. Alle medizinischen Geräte an Bord sind in Schränken ver­steckt. Der ASB verwendet eine be­quemere Trage und eine richtige Decke mit Kopf­kis­sen. Außerdem gibt es ein DVD- und Soundsystem.

Die Fahrgäste könnten eine Begleitung mitnehmen, und auch für diese sei die Fahrt kos­tenlos, erklärte Dingebauer. Finanziert werde der Wünschewagen aus Spenden und Mit­gliedsbeiträgen des Arbeiter-Samariter-Bundes. Eine Altersbeschränkung gebe es nicht, fährt Dingebauer fort: „Der Wünschewagen fährt leider ja auch für Kinder.“

In NRW habe das Fahrzeug eine Neunjährige, die an einer neurodegenerativen Grund­er­kran­kung leidet, zum St.-Martins-Umzug in ihrer ehemaligen Schule begleitet. Ein an­deres Mal fuhr der Wünschewagen eine 27-Jährige mit Brustkrebs und Hirn-, Knochen- und Leber­metastasen für einen Tag ans Meer. Ein 64-Jähriger schaffte es dank des Fahrzeugs, trotz seiner Krebserkrankung bei der Hochzeit seiner Tochter dabei zu sein.

Die Landesregierung Rheinland-Pfalz unterstützt die ehrenamtliche Hospizarbeit mit jähr­lichen Zuschüs­s­en von mehr als 190.000 Euro an den Hospiz- und Palliativverband. Das deckt nach An­gaben der Staatskanzlei zu einem geringen Teil die Finanzierung der Ge­schäftsstelle so­wie vor allem die Finanzierung von Maßnahmen der Mitglieds­organi­sa­­ti­onen ab.

In Sachsen gibt es das Angebot seit Dezember vergangenen Jahres. Im Schnitt gebe es drei Anfragen pro Woche, sagte ASB-Geschäftsführer Uwe Martin Fichtmüller. Das Fahr­­zeug sei in Leipzig stationiert, komme aber in ganz Sachsen zum Einsatz. Koordi­na­toren des ASB vor Ort würden die Wünsche Betroffener entgegennehmen. Das Vor­haben wird ehrenamtlich betreut und ausschließlich durch Spenden und Sponsoren getragen, hieß es in einer Mitteilung des ASB. In der kommenden Woche soll das Angebot detailliert vor­ge­stellt werden. Die Schirm­herrschaft hat Sachsens Sozial­minis­terin Barbara Klepsch (CDU) übernommen.

dpa

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