Zahl der Beschwerden über Pflegeeinrichtungen in Sachsen-Anhalt steigt
Halle – In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Beschwerden wegen angeblicher Mängel in Pflegeeinrichtungen im zurückliegenden Jahrzehnt deutlich gestiegen. 2016 erreichten 144 Beschwerden die für die Kontrolle zuständige Heimaufsicht, wie der Präsident des Landesverwaltungsamtes, Thomas Pleye, sagte. Zum Vergleich: 2008 waren es erst 80.
Seit 2013 ist die Zahl allerdings nahezu gleichbleibend. In der Hauptsache ging es um Beschwerden über die Pflege. Die Menschen seien im Laufe der Zeit für das Thema stärker sensibilisiert worden, sagte der Leiter der Heimaufsicht Peer-Arne Osterland. Die Behörde veröffentlichte am vergangenen Freitag ihren Tätigkeitsbericht für das Jahr 2016.
Beschwerden sind wichtig
Demnach kamen die Prüfer der Heimaufsicht 769 Mal in die 701 stationären Einrichtungen des Landes. Davon waren 624 Prüfungen nicht angemeldet. 120 dieser nicht angemeldeten Kontrollen erfolgten anlassbezogen, das heißt als Reaktion auf Beschwerden von Bewohnern, Angehörigen oder Beschäftigten. Pleye betonte, diese Beschwerden seien ungemein wichtig. „Bestimmte Dinge können nur abgestellt werden, wenn wir davon erfahren.“
Die mit Abstand am häufigsten festgestellten Mängel (35) bezogen sich auf Fehler bei der Medikamentenversorgung beziehungsweise bei der -aufbewahrung. 26 Mal bemängelten die Prüfer die Hygiene. Der wohl schlimmste Fall der jüngeren Vergangenheit ereignete sich, als ein Heimbewohner beim Baden so schwer verbrüht wurde, dass er starb. Hierbei habe es sich um das Fehlverhalten von Mitarbeitern gehandelt, unterstrich Osterland.
In den 701 stationären Einrichtungen gibt es knapp 39.800 Plätze. Immer beliebter würden ambulant betreute Wohngemeinschaften und -gruppen, sagte Pleye. Aktuell stehen rund 760 Plätze zur Verfügung. Impulse gingen von Pflegediensten, aber auch von Wohnungsgesellschaften, Vereinen und Trägern stationärer Einrichtungen aus.
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