Ärzteschaft

Zahl der Ersthelfer bei Herz-Kreislauf-Stillständen leicht zurückgegangen

  • Mittwoch, 29. April 2026
/Africa Studio, stock.adobe.com
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Hannover – Im Jahr 2025 haben Ersthelfer bei Herz-Kreislauf-Stillständen in 53,5 Prozent der Fälle Maßnahmen zur Wiederbelebung durchgeführt. Das geht aus neuen Zahlen des Deutschen Reanimationsregisters hervor, die die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) veröffentlicht hat.

Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Rückgang um knapp zwei Prozent, insgesamt aber laut der Fachgesellschaft eine Stabilisierung des erreichten Niveaus.

In knapp zwei von fünf Fällen (38,4 Prozent) seien die Ersthelfer dabei telefonisch von der Leitstelle angeleitet worden (2024: 40,4 Prozent). Grundlage der Auswertung sind Daten aus 208 Notarzt- und Rettungsdiensten aus dem gesamten Bundesgebiet.

Die Daten des Registers ermöglichen einen Überblick über die Entwicklung in den vergangenen Jahren: Von rund 37 Prozent im Jahr 2016 ist die Ersthelfendenquote bis 2023 auf mehr als 50 Prozent gestiegen.

„Uns zeigen diese Zahlen, dass etablierte Maßnahmen wirken – gleichzeitig brauchen wir zusätzliche Ansätze, um noch mehr Menschen frühzeitig zur Hilfe zu befähigen“, schlussfolgert Jan-Thorsten Gräsner, Sprecher des Deutschen Reanimationsregisters.

Dass noch bessere Zahlen möglich seien, zeige ein Blick in Nachbarländer: So werden etwa in den skandinavischen Ländern Ersthelfendenquoten von über 70 Prozent erreicht.

Das Register erfasst erstmals systematisch auch zusätzlich alarmierte Ersthelfende – also Personen, die über Smartphonesysteme in der Nähe eines Notfalls gezielt zur Hilfe gerufen werden.

Diese ergänzen die bereits etablierten sogenannten First-Responder-Strukturen, etwa aus Feuerwehr oder Hilfsorganisationen. First Responder sind speziell ausgebildete Ersthelfende, die die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken.

Ihr Beitrag ist wichtig: So begannen „First Responder“ in 6,8 Prozent und über Smartphones alarmierte Ersthelfende in 2,8 Prozent der Fälle mit Wiederbelebungsmaßnahmen noch vor Eintreffen des Rettungsdienstes.

Schulungen, Aufklärung und niedrigschwellige Angebote zur Reanimation bleiben laut DGAI zentrale Voraussetzungen für eine hohe Zahl an Ersthelfenden – ebenso wie Strukturen, die schnelle Hilfe ermöglichen, zum Beispiel die telefonische Anleitung durch Leitstellen oder die Alarmierung von Ersthelfenden per Smartphone.

hil

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